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Deutschland braucht Energieimporte - nächster Partner Ägypten?

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Von Euronews  mit dpa
Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi (l.) und Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz beim Petersberger Klimadialog in Berlin
Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi (l.) und Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz beim Petersberger Klimadialog in Berlin   -   Copyright  Markus Schreiber/AP Photo   -  

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat Deutschland und Europa eine verstärkte Zusammenarbeit zur Sicherung der Energieversorgung angeboten. "Wenn wir hier eine Rolle spielen können, um die Krise abzumildern, dann würden wir das sofort machen." Die hohen Energiepreise stellten auch eine Belastung für die ägyptische Bevölkerung dar, betonte Al-Sisi.

Er habe dem Bundeskanzler bestätigt, dass Ägypten zu einer Partnerschaft mit Deutschland im Energiesektor bereit ist. "Das betrifft den Export von Erdgas und Wasserstoff, Wind- und Solarenergie."

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz traf den ägyptischen Präsidenten auf dem Petersberger Klimadialog. Scholz sagte, er habe mit Al-Sisi über langfristige gemeinsame Projekte im Energiebereich gesprochen, über Wasserstoff und den Wandel hin zu Erneuerbaren Energien.

Es sei aber auch darüber gegangen, "ganz kurzfristig die Diversifizierungsmöglichkeiten für die Lieferung von Gas nach Europa und nach Deutschland auszuschöpfen und auszubauen".

Markus Schreiber/AP Photo
Ägyptens Außenminister Sameh Shoukry, Ägyptens Präsident Abdel Fattah Al-Sisi, Bundeskanzler Olaf Scholz und Außenministerin Annalena Baerbock (v.l.)Markus Schreiber/AP Photo

Die Lieferungen von Gas und perspektivisch auch Wasserstoff würden "gut zu den langen industriellen Beziehungen passen, die Deutschland und Ägypten miteinander haben", erklärte Scholz.

Bei der Konferenz in Berlin wollen sich Minister und Vertreter aus etwa 40 Staaten über den weiteren Kurs im Kampf gegen den Klimawandel abstimmen. Vor dem Hintergrund der abnehmenden Gas-Importe aus Russland geht es auch um alternative Energielieferungen.

Am Montag unterzeichnete EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Absichtserklärung mit Aserbaidschan. Brüssel will künftig doppelt so viel Gas aus dem Land importieren.

Derweil hat sich Italien weitere Gaslieferungen aus Algerien gesichert. Präsident Abdelmadjid Tebboune empfing in Algier den italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi in Algier. Das nordafrikanische Land sei, so Draghi, in diesen Monaten zum Hauptgaslieferanten für Italien geworden.

Die Russland pumpte zuvor jährlich 29 Milliarden Kubikmeter Gas nach Italien. Algerien sicherte nun zusätzliche 4 Milliarden Kubikmeter zu den schon vereinbarten 21 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr zu. Das italienische Ministerium für ökologischen Wandel sprach von einem wichtigen Schritt.

Das Gas liefert Algerien über die Transmed-Pipeline, die durch das Mittelmeer nach Sizilien führt. Italien ging auch in anderen Ländern auf die Suche nach möglichen Gaslieferanten und schloss Vereinbarungen unter anderem mit dem Golfstaat Katar für Flüssiggas (LNG) und Aserbaidschan.