Während Deutschland und Österreich den Ausstieg aus der Atomenergie vorantreiben, geht der gemeinsame Nachbar den entgegengesetzten Weg. Die Tschechische Republik wird Milliarden von tschechischen Kronen in den Bau brandneuer Kernkraftwerke investieren. Die Bauarbeiten sollen 2029 beginnen.
Während Deutschland und Österreich den Ausstieg aus der Atomenergie vorantreiben, geht der gemeinsame Nachbar den entgegengesetzten Weg.Die Tschechische Republik wird Milliarden von tschechischen Kronen in den Bau brandneuer Kernkraftwerke investieren. Die Bauarbeiten beginnen 2029 und sollen rund sieben Jahre dauern.
Als das Europäische Parlament zustimmte, Erdgas und Kernenergie als „grüne Investitionen“ zu bezeichnen, war dieser Nuklearphysiker erleichtert, als er von einem Forschungszentrum am Stadtrand von Prag aus zusah.
Die Taxonomie, also die Klassifizierung von Energiearten als klimafreundlich, sei eine weitere Bürokratie - aber diese sei gut für die Kernenenergie, wenn diese in der Taxonomie enthalten sei, so Wladimir Wagner.
Wie Frankreich hatte auch die Tschechische Republik darauf gedrängt, die Kernenergie in die EU-Vorschriften für nachhaltige Finanzen aufzunehmen. 40 Prozent des Stroms stammen aus Kernenergie. In der Prager Innenstadt sind die Einheimischen gespalten – genau wie die EU-Länder.
Als EU-Ratsvorsitzender für die nächsten sechs Monate muss die Tschechische Republik Antworten auf die steigenden Energiepreise finden, aber auch die ehrgeizige Klimawende der EU anführen – während sie sich auf den möglichen vollständigen Stopp russischer Gaslieferungen vorbereitet.
Es müsse für die europäischen Bürger gesorgt werden, sagt Außenminister Jan Lipavský. Es müsse genügend Energie bereitgestellt werden, damit Wohnraum geheizt werden könne und die Industrie ordnungsgemäß funktioniere. Das bedeute nicht, dass der Green Deal aufgegeben werde, aber man müsse klug vorgehen.
An diesem Mittwoch wird die Europäische Kommission Pläne bekannt geben, wie es heißt, „Gas für einen sicheren Winter zu sparen“. Haushalte und Unternehmen werden aufgefordert, ihren Verbrauch zu reduzieren. Zugleich könnten die Länder auch ermutigt werden, beim Ausstieg aus der Kernenergie eine Pause einzulegen.