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Lawrow spricht über Selenskyj-Äußerung: "Einmarsch ist gerechtfertigt"

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Von Euronews  mit dpa
Der russische Außenminister Sergej Lawrow
Der russische Außenminister Sergej Lawrow   -   Copyright  AP Photo/Alexander Zemlianichenko, Pool   -  

Nach den Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj um Präventivschläge gegen Russland, hat Moskau die Androhung als "leichtsinnig" bezeichnet. Außenminister Sergej Lawrow sagte, dass sich deshalb der Einmarsch in die Ukraine rechtfertige.

„Diese Figur hat der ganzen Welt einen weiteren Beweis für die Bedrohungen geliefert, die vom Kiewer Regime ausgehen und zu deren Neutralisierung eine spezielle Militäroperation eingeleitet wurde. Die Versuche verschiedener Berater Selenskyjs, zu behaupten, er habe etwas anderes gemeint, sind lächerlich. Wir erinnern uns alle daran, wie er im Januar den Wunsch der Ukraine verkündete, Atomwaffen zu besitzen. Diese Idee war also schon lange und tief in ihm verankert."

Selenskyj-Sprecher relativiert Aussage

Selenskyj hatte am Donnerstag mit Sätzen, wie "Was soll die Nato tun? Den Einsatz von Atomwaffen durch Russland unmöglich machen" den Anschein erweckt, er fordere von der Nato Präventivschläge gegen Russland.

Die Welt mit Explosionen beim Atomkraftwerk Saporischschja zu erpressen und auf jede erdenkliche Weise auf die Anwendung von Atomwaffen hinzudeuten, erlaubt sich lediglich der Terrorstaat Russland. Von der Ukraine werdet ihr solche Aufrufe nicht hören.
Serhij Nykyforow
Sprecher von Präsident Wolodymyr Selenskyj

Selenkyjs Sprecher Serhij Nykyforow nahm daraufhin Stellung zu den Äußerungen des Präsidenten. In der Nacht zu Freitag sagte er: "Kollegen, ihr seid etwas zu weit gegangen mit eurer Atomhysterie, und jetzt hört ihr Atomschläge sogar dort, wo es sie nicht gibt. Die Welt mit Explosionen beim Atomkraftwerk Saporischschja zu erpressen und auf jede erdenkliche Weise auf die Anwendung von Atomwaffen hinzudeuten, erlaubt sich lediglich der Terrorstaat Russland. Von der Ukraine werdet ihr solche Aufrufe nicht hören."

Wie sieht die russische Atomdoktrin aus?

In Russland werden wegen der Erfolge der ukrainischen Streitkräfte die Rufe nach dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen lauter. So forderte der tschetschenische Staatschef Ramsan Kadyrow einen Atomschlag mit geringer Stärke gegen die Ukraine.

Der Kreml verwies auf die russische Atomdoktrin. Diese besagt, dass Moskau Atomwaffen nur bei einem atomaren Angriff eingesetzt werden oder bei einem Angriff mit konventionellen Waffen, der die Existenz des Landes selbst gefährdet.

Der zweite Punkt ist auslegungsfähig: Ist die ukrainische Rückeroberung der von Russland annektierten Gebiete aus Moskauer Sicht schon eine Gefährdung der Existenz des Landes? Kremlsprecher Dmitri Peskow hat zuletzt angedeutet, dass dies nicht der Fall sei.

Welche nuklearen Optionen hat Russland im Ukraine-Krieg?

Russland hat sowohl strategische als auch taktische Atomwaffen. Strategische Atomwaffen könnten wohl nur zum Einsatz kommen, wenn sich der Krieg in der Ukraine zu einer vollwertigen kriegerischen Auseinandersetzung Russlands mit der Nato ausweiten würde.

Taktische Atomwaffen hingegen haben kleinere Sprengköpfe und könnten daher von Russland theoretisch für einen begrenzten Einsatz in der Ukraine eingesetzt werden. Aber auch hier wäre das Eskalationsrisiko wegen der Verstrahlung großer Gebiete gewaltig.