Zypern: Unruhen in Flüchtlingslager – Ärzte ohne Grenzen: Vorwurf an Malta

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Von euronews
EIn Mann verlässt das Lager Pournara
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Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat Maltas Marine vorgeworfen, ihre Pflichten missachtet und Unterstützung bei der Rettung von Hilfsbedürftigen unterlassen zu haben.

Die Ärzte ohne Grenzen teilten mit, innerhalb weniger als eines Tages 371 Menschen vor dem Ertrinken gerettet zu haben. Diese versuchten, über das Mittelmeer in die Europäische Union zu gelangen. Unter anderem hätten sich allein auf einem Boot 103 Menschen befunden, darunter 22 Minderjährige sowie ein Mann mit gebrochenem Bein. Später wurde von der Rettung 82 weiterer Personen berichtet.

Gleichgültigkeit und mangelnde Zusammenarbeit der zuständigen Behörden seien nicht hinnehmbar, heißt es in einer Veröffentlichung der Ärzte ohne Grenzen.

Lager Pournara: Unruhen und Feuer

Oft kommen die Menschen, die die gefährliche Mittelmeerquerung überleben, in überfüllte und schlecht ausgestattete Unterkünfte, wie das Lager Pournara auf Zypern. Nach einer Auseinandersetzung rivalisierender Gruppen wurden hier rund 20 Zelte durch ein Feuer zerstört.

„Sie haben das Zelt angezündet, andere haben Steine geworfen“, sagt ein Bewohner des Lagers. Ein anderer kündigt an: „Ich verlasse das Lager und gehe in die Stadt. In dem Lager hat es gebrannt, wir müssen da raus."

Mindestens zwei Menschen wurden bei den Unruhen verletzt. Die Behörden führen die Geschehnisse auf die Überfüllung des Lagers zurück. Rund 2150 Menschen sind hier untergebracht, ausgelegt ist das Lager für die Hälfte.