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Big Data und Big Business mit Game of Thrones

Big Data und Big Business mit Game of Thrones
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Das euronews-Wirtschaftsprogramm "Business Line" dieses Mal mit folgenden Themen:

Während sich die USA und China einen ausgewachsenen Handelskrieg liefern, flammt eine alte Fehde zwischen Washington und Kuba wieder auf. Außerdem sind Unternehmen im Datenfieber und für "Game of Thrones"-Fans, die sich diesen Monat von ihrer Lieblingsserie verabschieden mussten, gibt einen Weg, die Serie geschmacklich am Leben zu erhalten und damit einen ordentlichen Gewinn zu machen.

Alle Gespräche, einen ausgewachsenen Handelskrieg zwischen den USA und China zu verhindern, sind diesen Monat spektakulär gescheitert. Gleichzeitig kommt es zwischen Washington und Kuba wieder zum Schlagabtausch.

Als der frühere US-Präsident Barack Obama 2016 Kuba besuchte, wurde das wie der Fall der Berliner Mauer gefeiert. Es schien, als hätten Washington und Kuba die Ära des Kalten Krieges hinter sich gelassen. Aber unter Präsident Donald Trump wurden die Sanktionen gegen Havanna wieder verschärft.

Washington reaktivierte einen ruhenden Gesetzestext, der als "Abschnitt 3" des Helms-Burton-Gesetzes bekannt ist. Demnach kann jeder, dessen Eigentum nach der Kubanischen Revolution 1959 verstaatlicht wurde, Klage gegen Einzelpersonen oder Unternehmen wegen dessen Nutzung einreichen.

Mike Pompeo, US-Außenministerer erklärt:

"Kubas wichtigste Exportwaren sind nicht mehr Zigarren oder Rum, sondern Unterdrückung. Die Entspannungspolitik mit dem Regime ist gescheitert. Der Schmusekurs mit kubanischen Diktatoren wird für diese große Nation immer ein Schandfleck in der langen Geschichte der Verteidigung der Menschenrechte sein. Deshalb wird die Trump-Regierung Artikel 3 nicht mehr länger aussetzen."

Erste Klagen nach Reaktivierung des Artikels

Die Kreuzfahrtgesellschaft Carnival Corp. war die erste, die wegen Gewinns aus enteigneten kubanischen Besitztümern verklagt wurde. Exxon Mobil Corp. - der größte US-amerikanische Ölproduzent - verklagte daraufhin das dem kubanischen Staat gehörende Unternehmen Kuba-Petroleo wegen einer Raffinerie und anderer 196O beschlagnahmter Vermögenswerte.

Verständislosigkeit bei Kubas Außenminister, Bruno Rodriguez:

"Das bringt unser Volk in noch größere Not und sorgt für eine Versorgungsknappheit. Ich fordere die internationale Staatengemeinschaft auf, den irrationalen und verantwortungslosen Handlungen der USA einen Riegel vorzuschieben und so schnell wie möglich Maßnahmen zu ergreifen, bevor es zu spät ist."

Weil Havanna diesen Monat gezwungen war, Grundnahrungsmittel zu rationieren, sagten die Europäische Union, Kanada und andere Länder Kuba zu, sich an die Welthandelsorganisation zu wenden.

Einige Unternehmen, insbesondere in der Tourismusbranche, investieren trotz der Sanktionen weiter.

"Geschäftliche Treffen haben wiederholt gezeigt, wie groß das Interesse ist, auf der Insel zu investieren und seitens spanischer Unternehmen auch, bestehende Investments fortzuführen", so die spanische Ministerin für Industrie, Handel und Tourismus, Maria Reyes.

Der Kampf um die wirtschaftliche Zukunft Kubas scheint an seinen Stränden ausgetragen zu werden. Da der Rest der Wirtschaft stagniert, ruhen alle Hoffnungen der karibischen Nation auf dem Tourismus.

Big, Bigger, Big Data

Sind Daten das neue Öl? ALTERYX, ein weltweiter Hersteller von Datenanalyse-Software ist davon überzeugt und hat gerade eine neue Regionalzentrale in Dubai eröffnet, um vom nächsten Boom des Informationszeitalters zu profitieren.

"Datenanalyse ist der Prozess, bei dem Rohinformationen in Werte übersetzt werden - mit Daten können Unternehmen bessere Geschichten erzählen", sagt Dean Stoecker, Geschäftsführer von ALTERYX. "Im Nahen Osten vor allem in Dubai ist die Situation ein bisschen anders, was vielleicht an dem Vorzeigeprojekt der Emirate 'Vision 2021' liegt. Dort verstehen die Menschen, welchen Wert die Datenwissenschaft und -analytik hat, da geht es um 10 bis 15 Billionen Dollar."

Die Ausgaben für Business-Intelligence- und Analyse-Software lagen in den Emiraten im vergangenen Jahr bei über 37 Millionen Euro - prognostiziertes Wachstum dieses Jahr: Acht Prozent. Mit der Eröffnung ihrer Zentrale in Dubai setzt ALTERYX genau darauf.

"Es gibt eine sehr große Nachfrage in Dubai und natürlich auch im Rest der Welt. Die Software bringt den Menschen Zeitersparnis und Unternehmen einen enormen Mehrwert", so Byron Gavin, Leiter Daten und Analytik bei ALTERYX

Dean Stoecker fügt hinzu: "Am Flughafen Dubai werden zum Beispiel Stimmungsanalysen für Reisende durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Toiletten sauber sind, die Restaurants gutes Essen anbieten und es nicht zu langen Wartezeiten kommt."

Dass der wirtschaftliche Profit durch Big Data für den Nahen Osten fast genauso groß ist wie durch Erdöl, da ist sich Stoecker sicher.

Game of Thrones: Trotz Ende weiterhin im Rausch

Es war das Ende einer Ära diesen Monat, als die letzte Episode der HBO-Serie "Game of Thrones" den epischen Schlusspunkt setzte.

Das Finale war laut übereinstimmenden amerikanischen Medienberichten mit allein 13,6 Millionen Live-Zuschauern nicht nur die meistgesehene Folge aller bisherigen HBO-Serien - die Lizenzen selbst haben einen geschätzten Wert von rund einer Milliarde Euro.

Die Serie hat der nordirischen Wirtschaft rund 300 Millionen Euro eingebracht - auch dank der Touristen, die zu den Drehorten strömen. Da die Merchandising-Einnahmen weiterfließen und der Tourismus noch lange nach dem Serienfinale anhalten dürfte, wollen einige Fans am Geschmack des Fantasyabenteuers festhalten - im wahrsten Sinne des Wortes. Der Winzer Thibault Bardet hat einen Wein gekeltert, der für seine Begriffe ganz nah an das Original des Königreichs Dorne auf dem fiktiven Kontinent Westeros herankommt:

"Der Wein hat eine wirklich sehr intensive Farbe. Wir wollten es genauso wie im Buch: 'Dunkel wie Blut'. Der Autor mag gutes Essen und Wein. Darüber hat er in seinen Büchern viel geschrieben. Deswegen haben wir einen fruchtigen, kräftigen Wein gemacht - vollmundig, aber leicht zu trinken und seidig ist er..."

Ein Spaß, der allerdings nicht von allzu langer Dauer sein wird:

"HBO hat mich kontaktiert. Sie haben gemerkt, dass ich ein großer Fan bin, also haben sie mir erlaubt, den bisherigen Bestand des Weins zu verkaufen, aber keinen neuen zu produzieren. Ich verwende ihre Marke - also haben sie mich freundlich gebeten, mit der Produktion aufzuhören, aber den Rest zu verbrauchen - und dafür danke ich ihnen."

Es mag das Ende der Fernsehserie sein, aber sie hinterlässt Fantasien und beflügelte Volkswirtschaften - von Südspanien bis nach Island und darüber hinaus.