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Wachstumschancen durch Big Data und die 4. industrielle Revolution

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Wachstumschancen durch Big Data und die 4. industrielle Revolution
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Das euronews-Wirtschaftsprogramm "Business Line" dieses Mal mit folgenden Themen: Wachstumschancen durch die digitale Wirtschaft und die 4. industrielle Revolution, wie L'Oreal Big Data nutzt und LinkedIns Einführung eines neuen Dienstes für Freiberufler.

LinkedIn nimmt KMU und Freiberufler ins Visir

Der Social-Media-Riese LinkedIn hat kürzlich 660 Millionen Nutzer weltweit erreicht. Das Unternehmen hat einen neuen Service gestartet, der sich an Freiberufler und kleine Unternehmen richtet. Linkedin-Mitbegründer Allen Blue erzählt:

"Heute Abend haben wir die globale Markteinführung für eine Reihe neuer Funktionen auf LinkedIn gestartet, die sich auf kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler konzentrieren", sagt Allen Blue, LinkedIn-Mitbegründer. "Mit den neuen Funktionen kann man Dienstleistungen auf seinem Profil anbieten. Andere Personen, die vielleicht daran interessiert sind, können sie leicht finden. Wir haben uns für Dubai entschlossen, um die neuen Funktionen weltweit einzuführen. Denn dort haben wir mit Fachleuten gesprochen und die gesamte Stadt konzentriert sich auf die Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen."

Und Ali Matar, Leiter der Schwellenmärkte, Mittlerer Osten & Nordafrika bei LinkedIn, fügt an: "Rund 95 Prozent der Firmen in Dubai sind kleine, mittlere Unternehmen. Sie machen über 47 Prozent des BIPs aus. Dort liegt unserer Meinung nach die Zukunft - und auch die Gegenwart. Wir wollen es diesen Unternehmen und Freiberuflern möglich machen, ihr Bestes zu geben, Dienstleistungen zu finden und auch die eigenen Dienstleistungen auf unserer Plattform anzubieten. LinkedIn hat derzeit weltweit 660 Millionen Mitglieder. Unser Wachstum hier beträgt zwei Mitglieder pro Sekunde. In der Region Mittlerer Osten und Nordafrika haben wir 31 Millionen Mitglieder überschritten. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind mit vier Millionen Mitglieder unsere größte Vertretung in Bezug auf Mitglieder im Mittleren Osten."

Auf die Frage, wie LinkedIn Fake News bekämpft, sagt Allen Blue:

"LinkedIn ist ein Ort, an dem Fachleute aus jeder Branche, an jedem geografischen Standort, Nachrichten und Informationen austauschen, die aus einer Vielzahl von Quellen stammen, - darunter von unseren eigenen Mitgliedern. Das Vertrauen unserer Nutzer, dass sie durch LinkedIn Informationen erhalten, auf die sie sich verlassen können, ist der Schlüssel zu unserem Erfolg und für unser Engagement. Wir haben einige Lösungsansätze, einige Algorithmen, um Inhalte zu erkennen, die auf LinkedIn unangemessen sind. Benutzerberichte, damit Mitarbeiter die Dinge markieren können, die sie für unangemessen halten. Wir haben fähige Kundendienstmitarbeiter, die die gemeldeten Dinge einordnen können. Damit stellen wir sicher, dass wir Probleme erkennen, bevor sie zu Problemen werden."

Wie kann die 4. industrielle Revolution für nachhaltiges Wachstum genutzt werden?

Entscheidungsträger, Politiker und Unternehmer trafen sich in Bahrain zur 18. Arabischen Wirtschafts- und Investitionskonferenz. Ihr Fokus lag auf der Frage, wie die 4. industrielle Revolution für nachhaltiges Wachstum genutzt werden kann. Müssen Tech-Riesen strenger reguliert werden, um den Wettbewerb zu fördern und die Privatsphäre zu schützen?

Jeff Hoffman, Unternehmer, Autor & Hollywoodfilmproduzent, sagt: "Ich will mich an Diskussionen beteiligen, was Innovation, was der Umbruch bedeutet und die vierte industrielle Revolution. Was bedeutet diese technologische Revolution und wie nutzen wir sie?"

Und Basim Mohamed Ahmed Alsaie, Vorstandsmitglied der Bahrainer Handelskammer, meint:

"Innovation entwickelt sich schnell, sehr schnell, manchmal schneller als die Vorschriften. Wir müssen uns anpassen und sehr schnell handeln. Technologie und Innovation werden nicht stoppen. Das ist eine Sache, die wir auf dieser Konferenz hervorheben wollen: Damit die Innovation voranschreitet, müssen Vorschriften auf den Weg gebracht werden und die Regulierungsbehörden schneller handeln."

Für den ehemaligen estnischen Präsidenten Toomas Ilves ist die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union (GDPR) ein Schritt in die richtige Richtung für den Verbraucherschutz:

"Die Datenschutz-Grundverordnung, die im vergangenen Jahr in Europa in Kraft getreten ist, ist ein erster Versuch. In Europa beginnt man, die Datenverwendung zu regeln und vor allem den Missbrauch dieser riesigen Datenmengen zu verhindern. Und natürlich muss man daran arbeiten und es gibt Kritik. Dennoch ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es der erste echte Versuch ist, das tatsächlich zu tun."

Wie kann über den Datenschutz hinaus ein fairer Wettbewerb gefördert werden, wenn eine Handvoll großer Technologieunternehmen bereits eine Monopolstellung in verschiedenen Bereichen einnehmen?

"Ich komme aus der Reisebranche. Jetzt hat Google den Algorithmus geändert, der viele der großen Websites wie booking.com und andere nach unten auf die Suchseiten drückt. Sie schicken die Leute zu Google Hotels. Solange diese Unternehmen einfach tun können, was sie wollen - wie können da kleine Unternehmen mithalten? Wenn wir eine Regelung bekommen, die etwas von diesem Wachstum oder dieser Kontrolle verbietet, hilft es dem kleinen Unternehmen", sagt Jeff Hoffman. _"Die Ironie dabei: Was sagen wir kleinen Unternehmen? Sie stellen mir Fragen zu nachhaltigem Wachstum. Und jetzt bestrafen wir sie, weil sie es gut gemacht haben."
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Wie L'Oreal von Big Data profitiert

Der Kosmetikriese L'Oreal verzeichnete im dritten Quartal 2019 seinen größten Umsatzsprung, getragen von einer starken Nachfrage aus Asien - trotz Schwachstellen wie einer Verlangsamung des Make-up-Umsatzes in den USA. Wir haben Remi Chadapaux, L'Oreal's Geschäftsführer im Mittleren Osten, gefragt, wie das Unternehmen mittels Big Data seinen Spitzenplatz in diesem Sektor halten will.

Jane Witherspoon, euronews:"Herzlich willkommen Herr Chadapaux. Können Sie uns zunächst sagen, wie L'Oreal zum weltweit führenden Kosmetikunternehmen wurde?"

Remi Chadapaux, L'Oreal's Geschäftsführer im Mittleren Osten:"L'Oreal hat über die 110 Jahre seines Bestehens eine sehr nachhaltige und sehr stabile Aktionärsstruktur sowie eine sehr, sehr stabile Managementstruktur. In dieser Zeitspanne hatten wir nur fünf Vorstandsvorsitzende, was zu einem sehr entschlossenen, sehr stabilen Management und einer sehr stabilen Strategie geführt hat."

Euronews:"Gerade haben Sie den größten vierteljährlichen Umsatzsprung seit über sechs Jahren verkündet. Er wird vom asiatischen Markt getragen. Warum ist dieser Markt so wichtig für die Branche?"

Remi Chadapaux:"Glücklicherweise haben wir einen sehr starken Wachstumsmotor. Der größte Teil des Wachstums kommt aus Asien, insbesondere aus China. Und ja, natürlich gibt es immer einen gesunden internen Wettbewerb. Aber unser Wachstum in Asien ist wirklich unglaublich. Der Markt ist definitiv einer der Schwerpunkte der Gruppe, aber er ist nicht der einzige. Wir konzentrieren uns auch stark auf die Schwellenländer, zu denen die GCC-Region (der Golf-Kooperationsrat) gehört."

Euronews:"Laut Berichten sind die Umsätze in den USA zurückgegangen. Ihr Wachstum hat sich verlangsamt. Welche Auswirkungen hat das?"

Remi Chadapaux:"Der Markt in den USA war in den vergangenen zweieinhalb Jahren ein wenig hart. Das scheint sich jetzt zu stabilisieren. Und es stimmt, bis zu diesem Jahr war es unser größter Markt. China hat gerade die USA überrundet. China ist also unser Land Nummer eins, unsere Tochtergesellschaft Nummer eins, seit September."

Euronews:"Datenerfassung im großen Stil ist etwas, das L'Oreal wirklich nutzt - erzählen Sie mir davon."
Remi Chadapaux:"Im Rahmen der digitalen Transformation hat die Gruppe eine Reihe von Themen vorangetrieben, sei es Daten, sei es Medien, sei es E-Commerce. Wir haben unsere digitale Transformation vor vielen Jahren begonnen. In puncto Innovation sind wir wirklich führend und treten jetzt in eine neue Phase ein. Und das sind definitiv Daten: Daten können uns starke und umfassende Kunden- und Verbrauchererkenntnisse bringen. Sie helfen uns dabei, die Verbraucherbedürfnisse zu erfüllen. Das ist absolut ein Schwerpunkt."

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