Eilmeldung
This content is not available in your region

Hilft der Mars den Klimawandel besser zu verstehen?

euronews_icons_loading
Hilft der Mars den Klimawandel besser zu verstehen?
Copyright  euronews   -   Credit: Dubai Tourism
Schriftgrösse Aa Aa

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen zum roten Planeten: Eine Sonde soll die Marsatmosphäre erforschen, um den Klimawandel auf der Erde besser zu verstehen. Und man träumt von Marskolonien. Thema dieser Folge von Sci-Tech.

VAE erobern den Weltraum

Im Rahmen ihres Weltraumprogramms haben die Vereinigten Arabischen Emirate in den vergangenen Jahren eine Reihe von Satelliten entwickelt und ins All geschossen. 2019 schickten sie mit Hassa al-Mansuri den ersten VAE-Astronauten zur Internationalen Raumstation. Und jetzt haben die VAE den Mars im Visir: Die Weltraumsonde "Hope" soll den roten Planeten umkreisen.

"Die VAE-Marsmission soll aktuelle Daten über ein ganzes Jahr vom gesamten Planeten liefern", erklärt Sarah Al Amiri, Staatsministerin für "Advanced Sciences" der VAE. "Das ist wichtig, weil der Klimawandel einer der Gründe ist, die den Mars verändert haben: Wenn wir die Wetterdynamik und die atmosphärischen Veränderungen besser verstehen, können wir besser nachvollziehen, was auf dem Mars passiert ist, warum er in seinem aktuellen Zustand ist. Vielleicht hilft uns das auch, den Klimawandel auf der Erde besser zu verstehen, was einen Klimawandel ausmacht. Wenn wir also vielleicht irgendwann Menschen zum Mars schicken, verstehen wir besser, was auf uns zukommt."

Die Marsmission ist mit großen Zielen verbunden: "Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate will eine kreative, wettbewerbsfähige und innovative wissensbasierte Wirtschaft aufbauen, um die Zukunft positiver zu gestalten", sagt Omran Sharaf, Projektmanager der VAE-Marsmission. "Der Weltraum ist ein Mittel, das zu erreichen. Und die Marsmission 'Emirates Mars' ist der Katalysator für diese große Veränderung."

Wissenschaftliche Ausrüstung der Sonde

Die "Hope"-Sonde ist mit drei wissenschaftlichen Geräten ausgerüstet:

  • Ein Infrarotspektrometer (Emirates Mars Infrared Spectrometer (EMIRS)) misst die thermische Struktur der Marsatmosphäre und bestimmt die Gehalte an Wassereis, Wasserdampf und festem Gesteinsstaub in Abhängigkeit von der Höhe über der Marsoberfläche.
  • Eine Farbkamera (Emirates Exploration Imager EXI) soll hoch aufgelöste Bilder der Marsoberfläche zur Erde übertragen.
  • Und mit einem Ultraviolett-Spektrometer (Emirates Mars Ultraviolett Spectrometer (EMUS)) wird das Geschehen in den hohen Schichten der Marsatmosphäre untersucht, besonders das Verhalten von ionisiertem Wasserstoff und Sauerstoff, die vom Roten Planeten entweichen und ihn zeitlich variabel einhüllen.

Sarah Al Amiri sagt: "Wir sind in der Abschlussphase der verschiedenen Testverfahren, um sicherzustellen, dass das Raumfahrzeug in jeder erdenklichen Situation funktioniert. Im Mai bringen wir das Raumschiff zu seinem Startplatz in Japan."

Ein Ingenieur erklärt den Sonden-Aufbau: "Es gibt drei Niedrigfrequenz- und eine Hochfrequenzantenne. Letztere dient zur Kontaktaufnahme, wenn die Sonde weit von der Erde entfernt ist. Vier Solarpanele sind die Hauptenergiequelle für die Raumsonde. Und es gibt eine Batterie für den Fall, dass wir die Sonne nicht nutzen können. Hier unten gibt es zwei Sternsensoren, um die Position im Weltraum zu bestimmen", so Mohsen Al Awadi, Mission-System-Ingenieur vom Mohammed Bin Rashid Space Center (MBRSC).

Heikler Moment ist der Eintritt in die Marsumlaufbahn

Sieben Monate nach dem Start wird der Eintritt in die Marsumlaufbahn ein brenzliger Moment der Mission werden: "Das Raumschiff wird die Triebwerke auf den Mars ausrichten und abbremsen: Wenn wir zu schnell oder zu langsam fliegen, werden wir die Umlaufbahn verpassen. Wenn wir das nicht schaffen, werden wir wahrscheinlich auf den Mars aufschlagen. Es ist wirklich ein kritischer Punkt, ungefähr die Hälfte des gesamten Treibstoffs wird in dieser Phase verbraucht. Es dauert 12 Minuten bis fast zu einer halben Stunde, um mit der Sonde zu kommunizieren. Wir können sie also nicht direkt steuern, sondern nur programmieren, dass sie autonom das macht, was sie soll. Und wir können nur die Daumen drücken, dass das funktioniert", meint Mohsen Al Awadi.

Das unbemannte Raumfahrzeug „Hope“ wird von einer Insel in Südjapan starten und nach mehr als einem halben Jahr den Mars erreichen. Das Datum fällt mit dem 50. Nationalfeiertag der VAE zusammen:

"Die Mission unterscheidet sich von allem, was wir uns jemals erträumt oder was wir verwirklicht haben", so Sarah Al Amiri. "Die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen. Wir werden im Juli starten. In die Mars-Umlaufbahn zu kommen, wird eine Herausforderung und der aufregende Teil besteht darin, neue Erkenntnisse und neue Ergebnisse herauszufinden."

Im Juli berichten wir über die Fortschritte der Marsmission der Vereinigten Arabischen Emirate.