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Sozial und dennoch wettbewerbsfähig

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Sozial und dennoch wettbewerbsfähig

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“Hallo allerseits. Willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Business-Planet. Wir sind hier in Bulgarien am Rande des Schwarzen Meeres, diese Woche möchte ich Sie mitnehmen, mit mir einige Kooperativen zu besichtigen.
In ganz Europa gibt es rund 250.000 davon, die insgesamt 5,5 Millionen Menschen beschäftigen.
Wie wir sehen werden, sind diese oft als “sozial” bezeichneten Unternehmen durchaus auch dynamisch, innovativ und wettbewerbsfähig. “

In dieser Bekleidungsfabrikationsgenossenschaft wird seit über 60 Jahren produziert. Hier arbeiten rund 70 Personen, die Hälfte davon sind behinderte Menschen. Alle strategischen Entscheidungen werden hier in einer Hauptversammlung mit absoluter Mehrheit aller Mitglieder getroffen. So im Jahr 2003, als die Kooperative in der Wirtschaftskrise beschloss eine eigene Kollektion für Kinder zu entwickeln.
Heute entwirft das Design-Team rund hundert neue Kleidungsstücke im Jahr. Das Unternehmen hat außerdem Partnerschaften mit italienischen Genossenschaften geknüpft, die hochwertige Stoffe liefern.

MAYA MARINOVA, PRESIDENT, CHERNOMORKA: “Natürlich hat sich das auf die finanzielle Situation der Genossenschaft ausgewirkt. Der Umsatz hat sich um 5 bis 10% im Jahr erhöht, und wir haben viele neue Leute angestellt, einschließlich Menschen mit Behinderungen … Früher hatten wir 8 bis 10 Arbeiter; Heute, sieben Jahre später, 30. “

Eine eigene Kollektion zu fertigen, die Kommerzialisierung und das Internet, all dies hat in den letzten Jahren für große Veränderungen im tagtäglichen Leben der Kooperative gesorgt. Dieser Wandel ist auch an den behinderten Mitarbeitern nicht vorbeigegangen. So fühlt sich die Verkäuferin Tanja nun sogar besonderem Engangement verpflichtet:

TANYA ILIEVA, SALES WOMAN, CHERNOMORKA:
“Es ist nicht so, das wir, nur weil wir behindert sind, nicht dasselbe leisten könnten, wie ein Gesunder…Wer von uns hier gern arbeitet, ist genauso von seiner Arbeit erfüllt, wie die Anderen.
Was wir nicht brauchen, ist Mitleid!”

Dank mehrerer Projekte, die von den EU-Strukturfonds unterstützt werden, wie dem europäischen Sozialfonds (ESF) oder dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, hat die Genossenschaft in 5 Jahren rund 190 000 Euro Beihilfen erhalten, für die Schulung ihrer Mitarbeiter, den Kauf neuer Maschinen, die Verbesserung der Luftqualität, oder für Sonnenkollektoren.

MAYA TRANSITION MARINOVA, Präsident, CHERNOMORKA:“Unser Ziel ist es, die Qualität der Produktion zu erhöhen und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für behinderte Menschen zu verbessern… Und natürlich, die Produktivität zu steigern, das ist das Wichtigste. “

MAYA MARINOVA, PRESIDENT, CHERNOMORKA:
“Der Schlüssel zum Erfolg besteht für mich in der Genossenschaft an sich, denn sie ist eine Form demokratischen Unternehmertums. Aber auch die Integration von behinderten Menschen in den Produktionsprozess und die finanzielle Unabhängigkeit der Kooperative sind sehr wichtig für uns.”