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New York Forum Africa: Ein Kontinent startet durch

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New York Forum Africa: Ein Kontinent startet durch

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Europa ist von Zweifeln zerfressen, die Wirtschaft steckt in der Krise. Die Signale in Afrika stehen derweil auf Grün. Einige Staaten verzeichnen ein deutliches Wachstum. Manche Probleme sind allerdings geblieben: Armut, Überbevölkerung, Gesundheits- und Sicherheitsprobleme und die nicht überall existierende, gute Regierungsführung. Das New York Forum Afrika in Gabuns Hauptstadt Libreville ist ein Schaufenster für den neuen Afro-Optimismus.

Die Entwicklung in Afrika hat mehrere Gründe: die Unabhängigkeit und der Kampf gegen die Korruption sowie die Kapitalflucht. Innovationen sind eine weitere Ursache für die dynamische Entwicklung. Afrika ist keine zusammenhängende Einheit. Stattdessen ein Mosaik aus 54 Ländern, mit 1500 Ethnien. Der Kontinent muss sich geo-strategisch verändern, er braucht Innovationen, wenn er international bestehen will.

Fatou Bensouda, stellvertretende Chefanklägerin am Internationalen Strafgerichtshof sagt: “Ohne Gesetz gibt es keinen Frieden und keine Sicherheit. Wir müssen bei all unseren Bestrebungen, was die Entwicklung angeht, die Wirtschaft und die Finanzen, immer daran danken: Wir brauchen ein funktionierendes Recht, Rechtsstaatlichkeit, wir brauchen Verantwortlichkeit. Das ist die Atmosphäre in der es Entwicklung geben kann.” Der Chef der Attijariwafa Bank Mohamed El Kettani betont, die Investoren hätten den Entscheidungsträgern klargemacht, dass man die Reformen des Rechtssystems beschleunigen müsse.

Der Gründer und Vorstandsvorsitzende der Paramount Group, Ivor Ichikowitz, erklärt: “Die Wirtschaft in Nigeria wächst in einem nie zuvor gesehenen Tempo. Die Wahrheit ist, ein Land kann solch eine Entwicklung nicht allein schaffen. Mehrere Länder müssen sich zusammentun und so etwas Wirklichkeit werden lassen. Ich habe lange für eine Zusammenarbeit der stärksten afrikanischen Wirtschaften gekämpft, ähnlich den BRICS-Staaten. Ich habe Gespräche geführt über solch ein pan-afrikanisches Bündnis, das die großen Wirtschaftsmächte zusammenbringt. Ein Bündnis, das eine gemeinsame Politik macht, die auch ausländische Investoren überzeugt, und andere BRICS-Staaten.”

Der Kontinent meldete in der letzten Dekade ein jährliches Wachstum von knapp fünf Prozent. Damit dieses Wachstum aber mehr Menschen erreicht, muss die Infrastruktur verbessert werden. “Wir hängen bei der Infrastruktur hinterher”, so der Generaldirektor der Ecobank, Thierry Tanoh. “Dieser Mangel behindert den inter-afrikanischen Handel, es ist also ein wichtiges Thema. Der Markt muss uns zugänglich sein.” Der Chef der Attijariwafa Bank, Mohamed El Kettani, ergänzt: “Wenn wir die Art, wie unsere Länder regiert werden ändern, unsere Institutionen stärken und unsere Infrastruktur ausbauen, dann werden wir Wachstumszahlen im zweistelligen Bereich bekommen”.

Magatte Wade, Firmenchefin eines Kosmetikunternehmens, fasst ihre Forderungen so zusammen: “Gründer brauchen einen funktionierenden gesetzlichen Rahmen. Sie brauchen ein geschäftsfreunliches Klima. Das gibt es nur mit einer motivierten Regierung, die das System wirklich reformieren will. Das ist alles, was wir verlangen. Die Politik muss auf niemanden warten. Wir setzen uns einfach zusammen, schauen, wie wir ein besseres Geschäftsklima hinbekommen und wenn das erreicht ist, soll mir niemand im Weg stehen. Dannn würde es mehr von uns geben, und wir könnten das tun, was wir tun. Wir gründen Unternehmen, schaffen Jobs und so wird es auch kommen, der Aufstieg Afrikas wird genauso kommen.”

Der soziale Wohnungsbau steht ebenfalls auf der Agenda des Treffens in Libreville. Eine Ausweitung des bestehenden Programms wurde beim New York Forum Afrika unterzeichnet. Rund 700 Politiker und Unternehmenschefs nehmen an dem Treffen teil. Der frühere Berater von Bill Clinton und Barack Obama, Larry Summers ist einer von ihnen. Er sagte, die Entwicklung Afrikas sei die vielversprechenste in diesem Jahrhundert.