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Immaterielles Kulturerbe im Fokus

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Immaterielles Kulturerbe im Fokus

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Von mongolischer Kalligrafie zur türkischen Kaffeekultur – historische Traditionen sind derzeit Thema in Baku. In der Hauptstadt von Aserbaidschan entscheidet die UNESCO über Neuaufnahmen in die Liste des immateriellen Kulturerbes. Mehr als 250 Bräuche, Darstellungskünste, Handwerkstechniken und Naturwissen aus aller Welt stehen bereits auf den Listen.

Cécile Duvelle, Leiterin der UNESCO-Sektion: “Immaterielles Erbe ist ein komplexer Ausdruck, der eine einfache Realität beschreibt. Das Wort ‘immateriell’ verleiht jedoch den Eindruck, dass es nicht existiert. Aber eigentlich ist das immaterielle Erbe etwas sehr Konkretes. Es beinhaltet, Ausdrücke, Fähigkeiten und Wissen, die wir von Generation zu Generation weitergeben und die Teil unserer kulturellen Identität sind.”

Krabbenfischen zu Pferde in Belgien, die traditionelle japanische Küche, die mediterranen Speisen, die traditionelle iranische Medizin, das indische rituelle Singen und Tanzen: 45 Traditionen und Bräuche aus aller Welt sind in diesem Jahr nominiert.

Die Bewegung des immateriellen Kulturerbes ist sehr jung und breitet sich schnell aus. In diesem Jahr feiert die UNESCO das zehnjährige Bestehen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes. Bis heute sind 155 Staaten der UNESCO-Konvention beigetreten. Aber es gibt noch viel zu tun.

Francesco Bandarin, Unesco-Direktor für Kultur: “In den vergangenen zehn Jahren haben wir einen ersten Zyklus von Ratifizierungen vorgenommen, wir haben eine Prozedur eingeführt, viele Orte aufgenommen und nun stehen wir vor dem zweiten Schritt. Wir müssen in allen Mitgliedsstaaten die Fähigkeiten, die institutionellen und technischen Kapazitäten schaffen, um die Konvention auszuführen. Denn ihr Zweck ist es nicht nur Einschreibungen vorzunehmen, sondern auch das Erbe abzusichern.”.

Für die UNESCO hat die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes Priorität. Sie ist wesentlich kürzer als die anderen, nur 11 Elemente sind in diesem Jahr nominiert. Der erste Kandidat, die Polospiel-Tradition “Chovqan” aus Aserbaidschan hat es bereits auf die Liste geschafft.

Tourismus-Minister Abulfas Garayev: “Dies ist der Vorfahr des modernen Polospiels. Unsere Aufgabe ist es, diese Tradition zu bewahren und wiederherzustellen und das Spiel zu fördern. Wir haben bereits kleine Wettkämpfe organisiert. Wir glauben, dass dieses Spiel das Interesse und den Respekt der Menschen verdient.”

Auf dieser Liste stehen derzeit 31 kulturelle Ausdrucksformen aus 18 Ländern. Zur Unterstützung hat die UNESCO einen internationalen Fonds eingerichtet.