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Alles dicht? Neue Isolierungen für alte Häuser

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Alles dicht? Neue Isolierungen für alte Häuser

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Wie können alte Gebäude in Europa besser mit Energie versorgt werden? Sind die Maßnahmen finanzierbar? Die Hälfte aller Gebäude in Europa wurde vor 1975 gebaut. Von außen schön anzusehen, haben sie oft einen unschönen Nebeneffekt:

Der architektonische Ingenieur der Polytechnischen Universität in Mailand Emilio Pizzi erklärt, “die Gebäude wurden zu einer Zeit gebaut, in der gewisse Parameter in der Energie – wie der Verbrauch und Ausstoß – nicht im Vordergrund standen. Es ist angebracht, die thermischen Leistungen alter europäischer Bauten zu verbessern. Die Zeit ist angebrochen, an neuen innovativen Systemen zu arbeiten, um die Gebäude aufzurüsten und energieeffizienter zu machen.”

Wissenschaftler eines europäischen Forschungsprojekts haben neues Isoliermaterial entwickelt, um alte Gebäude von außen und innen aufzurüsten.

Karim Ghazi Wakili, Physiker des EMPA Forschungsinstituts: “Das ist ein Isoliermaterial, das aus drei Schichten von Polyesterfasern besteht. Durch sie erreicht man die höchste thermische Isolierung. Hier ist das nächste Material. Es hat nur eine Polyesterfaserschicht. Und es hat Gewebeschichten auf beiden Seiten… und hier ist das günstigste, es besteht aus Perlit. Es ist dicker, denn Perlit hat eine hohe thermische Leitfähigkeit.”

In einem Gebäude, das zur Polytechnischen Universität in Mailand gehört und 1965 gebaut wurde, unterzogen Wissenschaftler die Materialien einem Test. Innen wurden die Wände mit Sensoren bedeckt. Dann kamen die drei Prototypen zum Einsatz.

Bauingenieurin Gabriele Masera zählt die Vorteile auf: “Die Sensoren messen die Temperatur, Feuchtigkeit und den Wärmefluss an drei verschiedenen Plätzen. Am Gebäude werden in der Fassade und in den Kavitätswänden Sensoren installiert. Die Außensensoren messen auch die Sonnenstrahlung und die Windgeschwindigkeit. So können wir feststellen, wie viel Wärme das jeweilige Material aus dem Gebäude durchlässt. Die Daten helfen uns, ein mathematisches Modell zu erstellen, und zu sehen, wie unterschiedlich jedes Material auf klimatische Veränderungen reagiert.”

Das italienische Bauunternehmen Magnetti stellt vorgefertigte Bausätze her, um die Außenwände aufzurüsten. Das von Wissenschaftlern entwickelte Isoliermaterial wird hinzugefügt. Nach Angaben des Unternehmens ist die Zeit reif, die Bausätze zu wettbewerbsfähigen Preisen auf den Markt zu bringen.

Mitarbeiter Marco Preda erklärt, “innerhalb der letzten Jahre haben wir Daten gesehen, die scheinbar beweisen, dass es wachsenden Bedarf gibt, Fassaden und bereits existierende Gebäude zu verbessern. Wir sind optimistisch, was die Marktaussichten des neuen Isoliermaterials betrifft.”

Die Wissenschaftler hoffen, ihr neues Isoliermaterial könnte sich in vier bis fünf Jahren als bezahlbare Alternative durchsetzen.

www.easee-project.eu