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Islamistische Identifikationsfigur? Rapper aus Berlin unter IS-Top-Leuten

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Islamistische Identifikationsfigur? Rapper aus Berlin unter IS-Top-Leuten

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Auch im deutschsprachigen Raum geht mehr und mehr die Angst vor dem zunehmendem Einfluss von Islamisten um. Der vor einigen Monaten totgesagte Berliner Rapper Denis Cuspert, der unter dem Namen “Deso Dogg” in der deutschsprachigen Hip-Hop-Szene bekannt war, soll sogar zu den Top-Leuten der Terrorgruppe “Islamischer Staat” gehören.

Das geht aus einer Verfassungsschutz-Analyse hervor, die am Wochenende veröffentlicht wurde. Denis Cuspert verfüge über einen direkten Zugang zur Führungsspitze des IS. Der IS will zunächst in Syrien und dem Irak ein Kalifat errichten, in dem die Scharia gilt. Doch die Gefahr dürfte weit über das Kampfgebiet hinaus reichen.

In Deutschland rechnen Schätzungen etwa 43.000 Personen der islamistischen Szene zu – Tendenz steigend. Besonders in salafistischen Moscheen wird auch in Europa Geld für den Kampf in Syrien und im Irak gesammelt. Dabei gilt der Salafismus als Ideologie des islamistischen Terrors. Salafisten haben eine besonders konservative Auslegung des Islam: Sie wollen sich auf Ursprünge des Islam besinnen, lehnen alles Westliche ab und verteufeln die Lebensweise der «Ungläubigen» wie auch der modern lebenden Muslime.

Die salafistische Organisation des Rappers Denis Cuspert „Millatu Ibrahim“ (Gemeinschaft Abrahams) war 2012 verboten worden. Daraufhin reiste Cuspert, der in Berlin-Kreuzberg als Sohn einer Deutschen und eines Ghanaers aufgwuchs, über Tunesien, Ägypten und Libyen nach Syrien.

In dem Verfassungsschutzbericht ist auch von einem Video von Ende Juli die Rede, das Cuspert «bei der Schändung einer Leiche» zeigen soll. Der Tote ist, dem Verfassungsschutz zufolge, Angestellter bei einer Gasförderanlage, der wie seine Kollegen «offenkundig mit Kopfschüssen getötet» worden sei.

Der 38-jährige Cuspert soll im vergangenen Jahr in Syrien verletzt worden sein. “Deso Dogg” nennt sich inzwischen “Abu Talha”, “der Deutsche”. Und bekannte Gesichter, wie das eines Berliner Rappers gelten als mögliche Identifikationsfiguren, um noch mehr junge Leute für den sogenannten “Heiligen Krieg” zu interessieren.