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Ausblick auf das Wirtschaftsjahr 2015

Wir schauen bei Business Weekly zurück auf die wichtigsten Ereignisse, die 2014 Einfluss auf die weltweiten Finanzmärkte hatten.Es war für viele ein

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Ausblick auf das Wirtschaftsjahr 2015

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Wir schauen bei Business Weekly zurück auf die wichtigsten Ereignisse, die 2014 Einfluss auf die weltweiten Finanzmärkte hatten.Es war für viele ein schwieriges Jahr, aber es gibt auch einige positive Elemente, die langsam Wirkung zeigen. Zudem gibt es eine lange Wunschliste für das kommende Jahr.

Wir sprechen darüber wie üblich mit Nour al Deen Al Hammoury, Marktstratege bei ADS Securities in Abu Dhabi.

Euronews:

Hallo Nour, so hier stehen wir nun am Ende des Jahres 2014. An den Finanzmärkten ging es hoch her, sicherlich auch bei Ihnen. Es gab ziemlich viel zu tun für die Analysten, oder?

Nour Eldeen Al-Hammoury:

„Daleen, das ist richtig. Es war ein Jahr großer Veränderungen. Es gab viele wichtige Ereignisse an den Finanzmärkten. Das gilt auch für die weltweite Wirtschaft. Davon betroffen waren die USA, Asien und es gab auch große Veränderungen in Europa und Russland. Sie haben also recht, wir waren in unseren Büros sehr damit beschäftigt diese Umwälzungen zu verstehen, die sich da über das Jahr hinweg ereigneten.“

US-Geldanleger erlebten ein gutes Jahr. Die Aktienindizes erreichten Rekordhöhen. Die Unternehmensgewinne fielen besser aus, als erwartet. Und die wirtschaftliche Erholung setzte sich fort.

Der Dow Jones Index legte bis Ende November um elf Prozent zu. Das Ende der lockeren Geldpolitik der Fed hatte nur geringe, negative Auswirkungen. Zudem profitierte man von positiven Nachrichten, wie dem wachsenden Brutto-Inlands-Produkt und den guten Arbeitsmarktzahlen.

Asien profitierte von einigen Massnahmen der Zentralbanken. Die Gewinne an der Tokioter Börse stellten sich ein, nachdem die Bank of Japan mehr als 80 Millionen Yen in den Markt pumpte.

Die chinesische Volksbank traf unterdessen ebenfalls einige anlegerfreundliche Massnahmen, inklusive der Senkung des Hauptzinssatzes.

Die EZB senkte im Juni die Kreditkosten im Juni. Doch auch wenn ihre Massnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft nur wenig Erfolg hatten, so notierten die europäischen Stammaktien am Jahresende im Plus.

Das Wachstum in Großbritannien wurde vom schottischen Referendum und neuen Bankenskandalen überschattet.
Exporteure wurden von der strikten europäischen Wirtschaftspolitik getroffen. Die französische Wirtschaft stagnierte.

Der deutsche DAX-Index zeigte sich stabil, trotz geopolitischer Spannungen und der gegen die Eurozone verhängten russischen Sanktionen.

Russland erlebte ein hartes Jahr, mit fallenden Ölpreisen und dem Ukraine-Konflikt sowie den damit verbundenen Sanktionen des Westens.

Der Rubel verliert derweil weiter an Wert, trotz der Maßnahmen der Zentralbank und der Anhebung des Leitzinssatzes von fünfeinhalb auf zehneinhalb Prozent.

euronews

„Nour, die Maßnahmen in den USA zur Ankurbelung der Wirtschaft haben besser funktioniert, als erwartet. Wird die Federal Reserve im kommenden Jahr nun die Zinssätze anheben?“

Nour Eldeen Al-Hammoury

„Alles hat sich innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne in Folge der fallenden Ölpreise dramatisch verändert. Es wird kaum mit einer solchen Anhebung gerechnet. Zudem gibt es erste negative Zahlen, u.a. in Bezug auf den Erzeugerpreisindex, die Fabrikbestellungen und den Immobilienmarkt. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Fed die Zinssätze 2015 nicht anheben wird.“

euronews

„In Asien hat sich das Wachstum der chinesischen Wirtschaft verlangsamt und Japans Kampf gegen die Rezession stagniert. Wie sehen die Aussichten für das nächste Jahr aus?

Nour Eldeen Al-Hammoury

„Beginnen wir mit China: Dort konzentriert sich alles auf den Kreditmarkt. Die diesbezüglichen Sorgen haben ein alarmierendes Niveau erreicht. Wir müssen nun schauen, wie die chinesische Volksbank reagiert. Kommen wir zu Japan. Wir glauben die dortige Wirtschaft wird auch im kommenden Jahr in der Rezession stecken. Und wir gehen davon aus, dass die Maßnahmen des Ministerpräsidenten diese Krise noch verschärfen werden.“

euronews

Es war ein anstrengendes Jahr für Europa. Denkst Du, die EZB wird im nächsten Jahr wirksamere Maßnahmen ergreifen? Und was erwartet Russland?

Nour Eldeen Al-Hammoury

„Sie müssen sehr bald reagieren. Die wirtschaftliche Situation hat sich in den vergangenen Monaten zusehends verschlechtert, trotz der jüngsten Entscheidungen der EZB. Außerdem: In Folge der fallenden Ölpreise wird die Inflation abwärts tendieren und Europa könnte in eine Deflation geraten.

In Russland könnte sich die Situation ebenfalls verschlechtern, da die fallenden Ölpreise das Land unmittelbar treffen. Das ist ein Nebeneffekt der westlichen Sanktionen und des Absturzes des Rubels. Aber das betrifft nicht nur Russland, sondern auch den Nahen Osten.“

euronews

„Lass uns gleich einen Blick auf die Märkte im Nahen Osten werfen. Wir setzen unser Gespräch nach dem Rückblick fort. Es war bis zum Schluss ein ordentliches Jahr für die Märkte und für Investitionen. Schauen wir uns an, warum.

Ermutigende Nachrichten gab es in diesem Jahr zunächst aus dem Nahen Osten. Der saudi-arabische TASI-Index legte um 30 Prozent zu, bevor er abstürzte und nun, am Ende des Jahres, bei einem Minus von drei Prozent steht.

Doch große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus. Die Börse von Riyad soll ab 2015 erstmals für ausländische Anleger geöffnet werden. Damit gebe es frisches Geld aus dem Ausland.

Der Dubai Financial Market General Index gehörte zu den weltweiten Top-Performern. Der Index sprang auf über 64 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn. Doch im Dezember kühlte sich das Klima dann ab. Der Index steht nun bei einem Plus von neun Prozent.

Das gleiche Bild in Abu Dhabi. Die Indizes dort standen zwischenzeitlich bei über 25 Prozent im Plus. Am Jahresende stagnieren sie nun bei rund vier Prozent.

Und zum Schluß noch Ägypten. Der EGX 30 Index fuhr über das Jahr ein Plus von über 45 Prozent ein, dank der zunehmend stabilen politischen Verhältnisse.

Zwei Faktoren verursachten vor allem Schwankungen an den Märkten.Geopolitische Spannungen in Libyen, Syrien und Irak näherten Ängste vor einem regionalen Krieg.

Und: Die fallenden Ölpreise trafen die Aktien großer Unternehmen und fraßen deren Gewinne auf. Man fürchtet in der Golf-Region wegen der dramatischen Verluste nun ein einbrechendes Wachstum und Haushaltsdefizite.

euronews

Wenn wir an die geopolitischen Ereignisse und den Verfall des Ölpreises denken, was denken Sie, wie groß ist die Gefahr eines Abwärtstrends im kommenden Jahr?

Nour Eldeen Al-Hammoury :

“Durch die Reserven und ihr Potential wird die Region auch weiterhin für einige Anleger attraktiv sein. Die Märkte im Nahen Osten gehörten 2014 mit zu denen, die sich am besten entwickelten. Jetzt hat sich das geändert aber wir glauben, dass sich der Abwärtstrend stoppen lässt, wie in der Vergangenheit. Trotz der gegenwärtigen geopolitischen Spannungen, welche nur einen begrenzten Einfluss auf die Region und die Märkte im Nahen Osten hatten.

euronews

Basierend auf den Daten, die ihnen vorliegen, wie sieht die Investitionsprognose für die Golf-Saaten für 2015 aus?

Nour Eldeen Al-Hammoury

Die besten Gelegenheiten bieten sich in Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Saudi Arabien öffnet sich für ausländische Anleger. Die Erwartungen sind sehr hoch hinsichtlich der zu erwartenden Liquidität. Und bezüglich der Vereinigten Arabischen Emirate weiß jeder, dass dort die EXPO 2020 stattfinden wird. Da gibt es viele Investitionsmöglichkeiten. Das sind momentan die interessantesten Gelegenheiten für das nächste Jahr und die folgenden Jahre.