Eilmeldung

Eilmeldung

Anschlag trifft Tunesien ins Herz

Sie lesen gerade:

Anschlag trifft Tunesien ins Herz

Schriftgrösse Aa Aa

Nach dem Anschlag auf Touristen in Tunesien stehen nicht nur die Touristen in Sousse unter Schock. Mehrere Augenzeugen des Anschlags berichten, wie sie sich in die Lobby des Hotels Riu Imperial Marhaba oder in andere Räume gefüchtet haben. Einige waren zwei Stunden lang in einem dunklen Saal versteckt, nachdem der 20-jährige Student in der Nähe des Swimming Pools und am Strand mit einer Schnellfeuerwaffe um sich schoss.Unter den Touristen im Hotel sind Deutsche, Belgier und Briten.

Ein am Arm verletzter Brite erzählt, wie seine Frau vom Strand weggerannt ist. Er selbst sei einfach ins Meer geflohen, von dort habe er alles mit angesehen.

Ein im französischen Fernsehen beftagter tunesischer Minister sagt: “Wir sind im Krieg.” Der tunesische Botschafter in Frankreich spricht den Opfern und ihren Familien sein Beileid und Mitgefühlt aus. Und er fordert eine globale Strategie gegen den Terrorismus.

Viele Touristen, die Tunesien auch nach dem Anschlag auf das Bardo-Museum vom März, bei dem 24 Menschen getötet wurden, die Treue gehalten haben, wollen jetzt nicht mehr wiederkommen.
Nach Angaben der Wirtschaftszeitung Challenges war die Zahl der Reisen nach Tunesien um 19 Prozent zurückgegangen. Für diesen Sommer wollten 38 Prozent weniger Franzosen nach Tunesien reisen als im Vorjahr.
In den ersten sechs Monaten des Jahres war die Zahl der Reisenden im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent zurückgegangen.

Nach dem Angriff auf das Bardo-Museum in Tunis hatten Tausende gegen den Terrorismus protestiert. Man wolle sich vom Terrorismus nicht einschüchtern lassen, sagen auch nach dem noch schlimmeren Anschlag an diesem Freitag viele Politiker.
Viele fragen sich jetzt aber, wie sich Tunesiens Wirtschaft,die vom Tourismus abhängt, von dem Anschlag erholen soll.