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Kroatien: Tovarnik wird zur Sackgasse für Flüchtlinge

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Kroatien: Tovarnik wird zur Sackgasse für Flüchtlinge

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Der Ort Tovarnik in Kroatien, an der Grenze zu Serbien ist zu einem Brennpunkt auf der Balkanroute geworden. Tausende Flüchtlinge sind hier gestrandet und warten darauf, weiter zu können. Darunter Lama und ihr Mann aus Latakia, einer Hochburg des syrischen Präsidenten Assad.

«Wir haben Syrien verlassen, weil mein Mann nicht in der syrischen Armee kämpfen wollte. Danach sind wir in den Libanon, dann in die Türkei und dann hierher. Wir sind mit dem Boot in Griechenland angekommen. Wir wollten die Türkei unbedingt verlassen.“

6.000 Flüchtlinge in einem kleinen Grenzort

Der kleine kroatische Grenzort war auf den Ansturm kaum vorbereitet. Die Zahl der Flüchtlinge überstieg die Zahl der Einwohner schnell um ein Vielfaches. Das UN-Flüchtlingshilfswerk schätzt, dass in Tovarnik bis zu 6.000 Flüchtlinge angekommen sind. Im Lager fehlten Nahrung und Trinkwasser.

„Wir haben kein Telefon oder Internet. Wir haben kein Ladegerät dabei, gar nichts. Unsere Eltern wissen nicht, wo wir sind und wie es uns geht. Ich mache mir vor allem Sorgen wegen der Krankheiten hier im Lager. Dreckige Toiletten, Müll, Dreck. Wir wollen weg von hier”, sagt Lama.

Für viele Flüchtlinge ist unklar, wie es für sie von hier aus weitergeht. Die kroatische Regierung hat angekündigt, dass es vorerst keine Transfers in das zentrale Auffanglager bei Zagreb mehr gibt. Die Nachricht löste Tumulte unter den Flüchtlingen aus. Hunderte machten sich dann zu Fuß auf den Weg in die kroatische Hauptstadt.