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Angekommen in Deutschland: Ende der Flucht, Beginn eines langen Weges

Vor einer Woche sind Reem, ihre Mutter und drei jüngere Geschwister in Berlin angekommen. Der Vater starb vor drei Jahren in Syrien. Also war es die

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Angekommen in Deutschland: Ende der Flucht, Beginn eines langen Weges

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Vor einer Woche sind Reem, ihre Mutter und drei jüngere Geschwister in Berlin angekommen. Der Vater starb vor drei Jahren in Syrien.

Also war es die Tochter Reem, die die Familie für die ersten Behördengänge durch unbekanntes Terrain zu den langen Warteschlangen lotste. In Damaskus studierte die 19-Jährige Wirtschaft.

Jetzt wird die Familie nach Heidenau verlegt. Und dort gab es Anfeindungen von Asylgegnern, das weiß auch die Mutter. Aber so sei die Sache nun einmal entschieden worden.

“Wir hatten kurz überlegt, unsere Papiere zu zerreißen und nochmal von vorne Asyl zu beantragen, so wie es andere tun. Aber ich will nichts Illegales machen”, sagt die 44-jährige Mutter. “Das ist unser Schicksal, wir werden durchhalten, bis wir eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Dann können wir uns aussuchen, wohin es mit meinen Kindern geht, auf welche Schulen und Universitäten.”

16 Tage brauchte die Familie von der Türkei bis Berlin, im Boot, auf Straßen und zu Fuß. Nun soll Heidenau für eine Weile das Ende ihrer Reise sein, bis über den Asylantrag entschieden ist.

Wegen der Demonstrationen wollen viele die Unterkunft nicht verlassen – einen Ort, an dem Freiwillige helfen, in dem es aber trotzdem an grundsätzlichen Dingen mangelt, sagt Reem.

“Es ist eine ungesunde Situation, ein abgeschlossener Ort ohne Fenster”, so Reem. “In den Gemeinschaftsbädern ist es eklig, es gibt einfach nicht genügend davon. Vier Kabinen für alle Frauen, und ich glaube, da drin sind etwa 700 Menschen.”

Die syrische Familie hat gute Chancen auf Asyl und eine Zukunft in Deutschland – anders als viele Hoffnungsvolle vom Balkan.

Doch erstmal heißt es warten. Etwa 37.000 Flüchtlingen und Migranten sind im September nach Deutschland eingereist.