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EU verschärft Militäreinsatz gegen Schleuser


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EU verschärft Militäreinsatz gegen Schleuser

Die Europäische Union beginnt heute mit der zweiten Phase ihres Militäreinsatzes gegen Menschenschmuggler im Mittelmeer. Der Einsatz heißt nun “Sophia”. Benannt ist er nach einem Flüchtlingsmädchen, das auf einem deutschen Marineschiff geboren wurde. Phase I hieß EUNAVFOR MED. Ab sofort dürfen die beteiligten Soldaten Schmugglerschiffe, die außerhalb der libyschen Küstengewässer fahren, stoppen und durchsuchen. Mutmaßliche Schleuser können verhaftet werden.

Bisher war der Militäreinsatz auf die Rettung von Flüchtlingen und irreguläre Migranten sowie das Sammeln von Informationen begrenzt. An der zweiten Phase beteiligen sich 950 Bundeswehrsoldaten, bisher waren es in Phase I deutsche 320 Soldaten. Im Visier hat die EU vor allem Schleuserbanden, die von Libyen aus operieren. Von dort aus gelangen Zehntausende Migranten und Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa.

Unterdessen wurden erneut gut 700 Migranten im Mittelmeer aufgegriffen und nach Italien gebracht, die meisten von ihnen stammen aus Eritrea; wer aus diesem Land nach Deutschland kommt, hat gute Chancen auf Asyl. Und an der libyschen Küste bei Tagiura haben Einsatzkräfte die Leichen von Migranten geborgen, die hier in den vergangenen Tagen angespült worden waren. Der Rote Halbmond sprach von mindestens 71 Toten. Viele der umgekommenen Migranten hätten nichts bei sich gehabt, um sie zu identifizieren. Die Internationale Organisation für Migration spricht von rund 100 Leichen an Libyens Küste. Laut der IOM sind seit Januar fast 600.000 irreguläre Migranten über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Rund 2900 von ihnen kamen dabei ums Leben.

Beschluss der EU zum Einsatz
Bundeswehr zum Einsatz
EU-Infos zu EUNAVFOR MED
IOM zur Anzahl irregulärer Migranten

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