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Internationale Energieagentur: "Niedriger Ölpreis auf Dauer gefährlich"

Verbraucher freuen sich zwar über niedrige Ölpreise, doch die Internationale Energieagentur (IEA) sieht das etwas anders: Sie hat jetzt vor den

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Internationale Energieagentur: "Niedriger Ölpreis auf Dauer gefährlich"

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Verbraucher freuen sich zwar über niedrige Ölpreise, doch die Internationale Energieagentur (IEA) sieht das etwas anders: Sie hat jetzt vor den Folgen gewarnt, die ein anhaltend niedriger Ölpreis nach sich ziehen kann. In ihrem Jahresbericht schreibt sie, es bestehe das Risiko, dass notwendige Investitionen in die Ölförderung unterblieben. Und das könnte dann längerfristig zu einem geringeren Angebot und damit dann wieder zu steigenden Preisen führen. Außerdem nehme so die Abhängigkeit von den Förderländern im Nahen Osten zu, die besonders günstig produzieren und so ihre Marktmacht ausbauen könnten.

Meinung

Jetzt ist nicht die Zeit, um sich auszuruhen.

Nahost-Produzenten könnten Macht ausnutzen

Viele dieser Produzenten, zum Beispiel Saudi-Arabien, gehören der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) an. Die Abhängigkeit von diesen Ländern könnte letztlich so stark werden wie zuletzt den Siebzigerjahren, so die IEA. In dieser Zeit wurde die Welt von mehreren Ölkrisen mit stark steigenden Rohölpreisen heimgesucht. Ein entscheidender Grund war seinerzeit die große Marktmacht des Ölkartells Opec, die sich seither aber spürbar verringert hat.

Durch eine derartige Machtkonzentration auf der Angebotsseite sieht die IEA letztlich auch die Energiesicherheit gefährdet. Betroffen seien vor allem asiatische Länder, weil dorthin ein großer Teil des Öls aus dem Nahen Osten geliefert werde. “Jetzt ist nicht die Zeit, um sich auszuruhen”, warnte IEA-Chef Fatih Birol. “Ganz im Gegenteil: Eine Zeit niedriger Ölpreise ist der Moment, unsere Anstrengungen zu verstärken und um sich den Gefahren für die Energiesicherheit zu widmen.”

IEA geht von moderatem Preisanstieg aus

In ihrem Hauptszenario gibt die IEA jedoch vorsichtige Entwarnung, indem sie von einer moderaten Erholung der Ölpreise ausgeht. Demnach dürften die Preise bis 2020 auf rund 80 Dollar pro Barrel (159 Liter) steigen. Aktuell kostet ein Fass Rohöl mit 45 Dollar etwas mehr als die Hälfte dessen. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Weltmarktpreise um mehr als 40 Prozent eingebrochen. Ein wichtiger Grund dafür ist das hohe Ölangebot, mit dem die Opec über fallende Marktpreise aufstrebende Produzenten, insbesondere aus den USA, aus dem Markt zu drängen versucht.

Falls sich der Trend zu billigem Öl jedoch fortsetze, könne auch das Umsteigen auf saubere, erneuerbare Energie hinausgezögert werden, warnt die IEA. Hier müsse der Staat mit gezielten Maßnahmen nachhelfen. Mit Blick auf den bevorstehenden Klimagipfel in Paris meinte Birol, die Staats- und Regierungschefs müssten eine klare Richtung für die beschleunigte Transformation im weltweiten Energiesektor vorgeben.