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NSU-Prozess: Zschäpe bricht ihr Schweigen

In ihrer ersten Aussage vor Gericht bestreitet Zschäpe die Mitgliedschaft im NSU sowie eine Beteiligung an den Morden und Sprengstoffanschlägen.

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NSU-Prozess: Zschäpe bricht ihr Schweigen

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Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess Beate Zschäpe hat nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen erstmals ihr Schweigen gebrochen. Von ihrem Anwalt Mathias Grasel ließ sie am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München eine 53-seitige Erklärung vorlesen, in der sie zu den Anklagepunkten Stellung bezog.

Meinung

Meine Hoffnungen sind groß, doch meine Erwartungen sind sehr klein.

Der 40-Jährigen wird zur Last gelegt, gemeinsam mit den inzwischen verstorbenen NSU-Mitgliedern Uwe Mundlos und Uwe Bühnhardt zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und zahlreiche Raubüberfälle verübt zu haben.

“Meine Hoffnungen sind groß, doch meine Erwartungen sind sehr klein”, sagt Mehmet Daimaguler, der Anwalt eines Opfers. “Ich würde mir erhoffen, dass sie Antworten auf zentrale Fragen gibt: Wie groß war die NSU? Welche Helfershelfer gab es? Welche Rolle spielten Verfassungsschutzbehörden? Und ganz zentral für meine Mandanten: Warum musste unser Vater, unser Bruder, unser Sohn sterben? Warum wurde er ausgesucht?”

Zschäpe hatte sich in ihrer Erklärung bei den Angehörigen der Opfern zwar entschuldigt, bestritt aber eine Beteiligung an den Verbrechen und ihr Mitgliedschaft im NSU. Die Schuld für die Verbrechen des Nationalsozialistischen Untergrunds wies sie ihren Freunden Böhnhardt und Mundlos zu.

Die beiden Männer töteten sich am 4. November 2011 nach einem Überfall auf eine Bank selbst, um einer Festnahme durch die Polizei zu entgehen.

Der NSU-Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.