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Frankreich: Absturz des Front National in 2. Runde der Regionalwahlen

Auf den Erstrundentriumph bei den Regionalwahlen in Frankreich folgte eine Woche später die Ernüchterung für Marine Le Pens rechtsextremen Front

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Frankreich: Absturz des Front National in 2. Runde der Regionalwahlen

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Auf den Erstrundentriumph bei den Regionalwahlen in Frankreich folgte eine Woche später die Ernüchterung für Marine Le Pens rechtsextremen Front National beim entscheidenden zweiten Wahldurchgang. Trotz der Führungsposition in sechs Regionen und erneut hoher Prozentzahlen konnte der FN am Ende nicht eine Region für sich gewinnen.

Meinung

"Heute abend gibt es keine Erleichterung und keine Triumphe"

Le Pen versuchte die positive Seite der Niederlage herauszustellen:

“Im Vergleich zu den Regionalwahlen im Jahr 2010 haben wir uns von damals 9,17 Prozent auf 30 Prozent fünf Jahre später gesteigert. Der Front National bildet nun die führende Opposition in den meisten Regionalräten Frankreichs.”

Die neue politische Landkarte präsentiert sich ohne den FN praktisch zweigeteilt: Im Kernland konnten die Republikaner sieben und die Sozialisten fünf Regionen gewinnen. Auf Korsika siegte der unabhängige Kandidat Gilles Simeoni.

Beide großen Parteien hatten nach der ersten Runde versucht, ihre Wähler wachzurütteln.

Nicolas Sarkozy, Vorsitzender der Partei “Die Republikaner”, mahnte:

“Die Mobilisierung für unsere Kandidaten in der zweiten Runde sollte uns die Warnungen an alle politischen Führungskräfte, also auch an unsere, aus dem ersten Durchgang der Regionalwahlen nicht vergessen lassen.”

Bei der entscheidenden zweiten Runde zeichnete sich mit mehr als 57 Prozent abgegebener Stimmen eine höhere Wahlbeteiligung ab. In der ersten Runde hatte sie knapp unter der 50-Prozent-Marke gelegen.

Premierminister Manuel Valls erklärte:

“Heute abend gibt es keine Erleichterung, keine Triumphe und keine Siegesbotschaften. Die Gefahr durch die extreme Rechte bleibt bestehen. Ich habe die Ergebnisse der ersten Runde und vergangener Wahlen nicht vergessen. Ich messe meine Verantwortung, unsere Verantwortung und die Verantwortung meiner Regierung an der Autorität des Präsidenten der Republik.”

Letzendlich ging die Strategie der Sozialisten auf: Sie hatten in mehreren Regionen aussichtslose Kandidaten zurückgezogen oder nicht mehr unterstützt.

Die Regionalwahlen waren die letzte landesweite Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl 2017.