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Kolumbien: Endspurt im Friedensprozess mit der FARC-Guerilla

Die kolumbianische Regierung und Kämpfer der linken FARC-Guerilla verhandeln über einen Friedensvertrag in Kuba. Bis spätestens Ende März soll dieser

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Kolumbien: Endspurt im Friedensprozess mit der FARC-Guerilla

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Die kolumbianische Regierung und Kämpfer der linken FARC-Guerilla verhandeln über einen Friedensvertrag in Kuba. Bis spätestens Ende März soll dieser beschlossen sein. Einen ersten Durchbruch hatte es am Dienstag gegeben, als sich die Verhandelnden auf “kollektive Reparationsleistungen” für die Opfer geeinigt hatten:

“Das erste Mal in ihrer Geschichte hat sich die FARC verpflichtet, zu den Entschädigungen für die Opfer beizutragen. Die Tatsache, dass es keine Straffreiheit für (Verbrechen gegen die Menschlichkeit), Kriegsverbrechen, Völkermord und sonstige Menschenrechtsverletzungen geben wird, ist ein Wendepunkt bei diesem Abkommen.” sagte der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos.

Eine Sonderjustiz soll es ermöglichen, dass schwere Verbrechen mit maximal acht Jahren geahndet werden. FARC-Mitgliedern soll außerdem eine politische Beteiligung ermöglicht werden.
Vier von fünf Punkten der Agenda des Friedensprozesses sind damit geklärt.
Der letzte Streitpunkt ist die Frage eines dauerhaften Waffenstillstandes, die mit der FARC verhandelt werden müsse, so der kolumbianische Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas.

Die Frage nach der Entschädigung der Opfer hemmte lange Zeit den Friedensprozess. Über Jahrzehnte litt Zivilbevölkerung Kolumbiens unter dem bewaffneten Konflikt zwischen Militär, rechten Paramilitärs und der linken Guerilla FARC. Seit 1964 sind in dem südamerikanischen Land 220.000 Menschen getötet und rund sechs Millionen vertrieben worden.