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KMUs: Mit Schlüsseltechnologien zum Erfolg

Mit Hilfe von Schlüsseltechnologien können kleine und mittlere Unternehmen neue Produkte und Produktionsprozesse entwickeln. Wie das geht, erfahren wir hier in Coventry, in Großbritannien.

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KMUs: Mit Schlüsseltechnologien zum Erfolg

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Paul Milne leitet an der Universität von Warwick in Coventry, eine Organisation, die kleinen und mittleren Unternehmen dabei hilft, neue Produkte und Produktionsprozesse zu entwickeln. Das geht mit Hilfe von Schlüsseltechnologien, den sogenannten KETs. Und die sind Paul zufolge ganz entscheidend: “Ja, sie machen wirklich einen Unterschied. Wir haben mit den Schlüsseltechnologien 206 Unternehmen geholfen und so 239 Jobs in der Region geschaffen.”

Meinung

Es gibt in ganz Europa 187 Zentren, die kleinen und mittleren Unternehmen Zugang zu Schlüsseltechnologien verschaffen.

Schlüsseltechnologien – Key Enabling Technologies (KETs)

  • Die sogenannten Schlüsseltechnologien (KETs) umfassen sechs Bereiche: Mikro- und Nanotechnologie, industrielle Biotechnologie, fortgeschrittene Werkstoffe, Photonik und fortgeschrittene Fertigungstechnologien.
  • 19 Prozent der europaweiten Produktion beruht auf Schlüsseltechnologien. Dank der KETs konnten rund 3,3 Millionen Jobs geschaffen werden.
  • KETs ermöglichen Unternehmen ihre Produktionsprozesse und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
  • Warwick Manufacturing Group (WMG) ist eines der 187 Zentren Europa, das kleinen und mittleren Unternehmen Zugang zu KETs verschafft.

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Eines dieser Unternehmen befindet sich in der Nähe von Coventry. In dieser Firma werden Wärme- und Schallisolierung für Fahrzeuge hergestellt. Das Unternehmen arbeitet seit zwei Jahren mit der Organisation WMG der Universität von Warwick zusammen. Seitdem hat es neue Produkte aus innovativen Materialien entwickelt. Und die Produktionsprozesse wurden verbessert und unter anderem digitalisiert. “Wir haben eine Smartphone-App entwickelt, um sicherzugehen, dass die Teile richtig etikettiert sind und uns weniger Fehler beim Versand unterlaufen,” so Paul Milne.

Der Geschäftsführer Paul Walker erklärt: “Das Problem für die kleinen und mittleren Unternehmen ist, dass wir zu klein sind, um eine eigene Forschungabteilung zu haben, die nach den neuesten Entwicklungen weltweit Ausschau halten könnte. Die Organisation WMG hat uns die Tür zu diesen neuen Technologien geöffnet. Mit ihrem Wissen und ihrer Hilfe können wir die Sachen auswählen, die unserer Firma helfen werden.”

Chinemelum ist einer der Praktikanten, die von der Universität in das Unternehmen geschickt wurden. Der Doktorand in innovativen Wissenschaften hat die Gelegenheit genutzt. Nach einem zwei Monate langen Praktikum hat ihm die Firma einen Job im Bereich der Isolierungen angeboten.

Die Maschinen stehen nicht mehr still. Die Firma hat sich vergrößert und ist nun auch im Bausektor vertreten. Sie hat jetzt auch Niederlassungen in Deutschland, Schweden und in Indien. “Früher hatten wir einen Umsatz von fünf bis sieben Millionen Euro. Im vergangenen Jahr betrug unser Umsatz 25 Millionen Euro und den werden wir noch verdoppeln,” so Paul Walker.

Die Organisation der Universität von Warwick wird unter anderem von der Europäischen Union finanziert. Dank dieser Organisation haben kleine und mittlere Unternehmen Zugang zu den neuesten Schlüsseltechnologien. Das ist entscheidend, denn 20 Prozent der europäischen Produktion beruht heutzutage auf diesen Technologien.

Euronews-Journalist Serge Rombi hat nachgefragt: “Wir haben soeben ein Beispiel hier in Großbritannien gesehen. Aber was ist wenn ich ein Unternehmer aus Frankreich, Italien oder Spanien bin? Habe ich dann auch Zugang zu diesen Technologien?” Paul Milne kennt sich aus. Er erklärte: “Es gibt in ganz Europa 187 Zentren, die kleinen und mittleren Unternehmen Zugang zu Schlüsseltechnologien verschaffen.”

Schlüsseltechnologien-Zentren in Europa