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Istanbul nach Terroranschlag: Rote Nelken und Angst, dass die Touristen ausbleiben

Nach dem Selbstmordanschlag in Istanbul, bei dem zehn deutsche Touristen getötet wurden, hat auch Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière den

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Istanbul nach Terroranschlag: Rote Nelken und Angst, dass die Touristen ausbleiben

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Nach dem Selbstmordanschlag in Istanbul, bei dem zehn deutsche Touristen getötet wurden, hat auch Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière den Tatort besucht.

Gemeinsam mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu legte er in der Nähe der Blauen Moschee im Altstadtviertel Sultanahmet rote Nelken nieder, ein Symbol der Trauer in der Türkei. Zuvor waren sie im Krankenhaus mit den Verletzten zusammen gekommen.

Das deutsche Auswärtige Amt rät Touristen, in der Türkei potentielle Terrorziele wie große Menschenansammlungen oder Regierungsgebäude zu meiden. Seinen Urlaub müsse man deshalb aber nicht absagen, so der deutsche Inneminister.

“Ich sehe keinen Grund von Reisen in die Türkei abzusehen”, sagte de Maizière. “Natürlich müssen die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes, die mit unserem Haus zusammen erstellt werden, beachtet werden. Zum Beispiel, dass man nicht in bestimmte Krisenregionen fährt.”

In der Istanbuler Altstadt waren am Mittwoch wieder Menschen unterwegs, darunter einige, die tags zuvor Glück hatten: “Wir waren da drüben in der Hagia Sofia. Wir haben die Explosion gehört und sind dann zwei Stunden lang drin geblieben, weil wir das für den sichersten Ort hielten. Heute ist unser Abreisetag, aber vorher wollten wir nochmal hier her, um auch den Türken unser Mitgefühl auszudrücken, denn wir hatten eine gute Zeit hier und ich werde definitiv wieder nach Istanbul kommen”, so ein deutscher Reisender.

Vielen ist die Lage aber auch zu heikel. Hotelbesitzer berichten von Stornierungen und Besuchern, die kurzentschlossen abreisen. Die Türkei ist auch in Deutschland als Reiseziel beliebt, pro Jahr besuchen etwa vier Millionen Deutsche die Türkei, sie stellen mehr als ein Sechstel der Besucher.

Am Anschlagsort erinnern nun Blumen an die Opfer, ein neues Testament auf arabisch, deutsche Fussballabzeichen.

Euronews-Reporter Bora Bairaktar: “Der Sultanachmet-Platz wird jeden Tag von tausenden Touristen besucht. So auch heute, aber aus einem anderen Grund. Viele, die ihn besuchten, drückten ihr Mitgefühl für die Opfer aus und legten Blumen nieder, als Zeichen der Solidarität gegen Terrorismus.”