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Bayern schickt Merkel Flüchtlinge

Der niederbayrische Landrat Peter Dreier sieht die Belastungsgrenze für den Landkreis Landshut erreicht: Er hat einen Bus mit Flüchtlingen nach

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Bayern schickt Merkel Flüchtlinge

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Der niederbayrische Landrat Peter Dreier sieht die Belastungsgrenze für den Landkreis Landshut erreicht: Er hat einen Bus mit Flüchtlingen nach Berlin geschickt – direkt zu Angela Merkel ins Bundeskanzleramt.

Meinung

Nein, wir haben keine Ahnung, was der Bus hier in Deutschland für die Zeitungen und die Medien bezwecken soll.

Damit hatte der Lokalpolitiker der Kanzlerin bereits im Oktober gedroht. Rein rechnerisch würden bei einer Million Flüchtlinge im Land 1800 auf seinen Landkreis entfallen, rechnete er der Kanzlerin damals bei einem Telefongespräch vor. Die nehme er auf, alle weiteren schicke er weiter. Derzeit seien rund 2100 Flüchtlinge in Landshut untergebracht. Jetzt hat er seine Drohung wahrgemacht.

“Wissen Sie, was die Busaktion bezwecken soll?” fragt Journalistin Sabrina Gander einen der Flüchtlinge im Bus.

“Nein, wir haben keine Ahnung, was der Bus hier in Deutschland für die Zeitungen und die Medien bezwecken soll. Meine Freunde und ich fühlen uns nicht sehr wohl in diesem Bus. Wir fahren nach Berlin und haben keine Ahnung, was uns dort erwartet”, sagt der 29-jährige Ahmad Sayyes Wahbi.

Sabrina Gander fragt auch: “Sie waren in Landshut. Seit wann sind Sie in Deutschland?”

“Ich bin seit vier Monaten hier”, so Ahmad Sayyes Wahbi aus Damaskus.

Die 31 Syrer im Bus sind anerkannte Flüchtlinge und haben sich freiwillig für die Fahrt gemeldet – aber anscheinend unwissend darüber, für welche PR-Aktion sie benutzt werden. Sie dürfen sich überall in Deutschland aufhalten. Sie gelten als sogenannte Fehlbeleger, die in Flüchtlingsunterkünften untergebracht sind, sich aber eigentlich eine eigene Wohnung suchen müssten – was in der Praxis überaus schwierig ist, denn Wohnraum ist knapp in Landshut. Damit ist Dreier rechtlich abgesichert bei seiner Protestveranstaltung gegen die deutsche Flüchtlingspolitik. Der Landrat selbst fährt nicht im Bus mit, sondern mit einem Wagen hinterher. Die Kosten für die Busfahrt zahlten Privatleute. Bisher ist völlig unklar, wo die Flüchtlinge in Berlin bleiben werden. Laut Huber Aiwanger, Vorsitzender der Freien Wähler, zu der Landrat Dreier gehört, habe die bayrische Staatsregierung versucht, die Aktion zu verhindern.

Die Reaktionen auf den “Hilferuf” des Politikers sind unterschiedlich: