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Zika-Virus: Kolumbien prüft Zusammenhang mit Guillain-Barré-Syndrom

In Kolumbien stehen möglicherweise drei Todesfälle in Zusammenhang mit dem durch Mücken übertragenen Zika-Virus. Alle drei verstorbenen Patienten

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Zika-Virus: Kolumbien prüft Zusammenhang mit Guillain-Barré-Syndrom

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In Kolumbien stehen möglicherweise drei Todesfälle in Zusammenhang mit dem durch Mücken übertragenen Zika-Virus. Alle drei verstorbenen Patienten litten nach offiziellen Angaben unter dem Lähmungssyndrom Guillain-Barré und waren zugleich mit dem Zika-Virus infiiziert. Sechs weitere Todesfälle würden noch untersucht.

Meinung

Zika bedeutet eine Gesundheitsgefahr für die Öffentlichkeit

Der Arzt Dr. Jaime Lizarazo sagte über die Häufung der Zikainfektionen in Kolumbien:

“Wir hatten pro Jahr zwischen 25 und 30 Fälle in der gesamten Region Nord-Santander. Aktuell verzeichnen wir allein seit Jahresbeginn 30 Fälle. Das bedeutet, die Zahl der Erkrankungen hat sich in etwa verzehnfacht.”

Venezuela meldete ebenfalls drei Zika-Tote. Oft ist unklar, ob nicht auch andere Erkrankungen eine Ursache sein könnten.

Länder wie Venezuela und Brasilien verstärkten die Mückenbekämpfung. Allein im Staat Rio de Janeiro sollen 71.000 Soldaten öffentliche und private Gebäude desinfizieren sowie Aufklärungsarbeit leisten. Dazu werden jeweils dreiköpfige Einsatzteams gebildet.

Landesweit beteiligen sich rund 220.000 Soldaten an der Mission wenige Monate vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Rio.

Alexandre Chieppe ist Staatssekretär im Gesundheitsministerium des Staates Rio de Janeiro:

“Ein Risiko besteht nicht nur im gesamten Staat Rio de Janeiro, sondern in ganz Brasilien und eigentlich allen tropischen Gegenden der Erde. Zika bedeutet heutzutage eine Gesundheitsgefahr für die Öffentlichkeit, und das Virus erfordert Handlungen der Regierung. Wir planen, alle Gebäude im Staat Rio de Janeiro in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres zweimal aufzusuchen.”

Virologen im brasilianischen Sao Paulo haben nach eigenen Angaben einen Zika-Schnelltest entwickelt. Das Virus sei innerhalb von fünf Stunden in Blut-, Speichel- oder Urinproben nachweisbar. Bislang gab es keine eindeutigen und schnellen Diagnoseverfahren.

Zika ist bereits in über 30 Ländern aufgetaucht, in Deutschland wurden bisher rund 15 Fälle eingeschleppt.

Das Virus steht im Verdacht, bei Infektionen von Schwangeren Schädelfehlbildungen ihrer Babys zu verursachen. Bisher gibt es rund 17 Fälle, in denen bei den Schwangeren das Virus nachgewiesen werden konnte. Bewiesen ist der Zusammenhang aber nicht.