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Frankreich: protestierende Winzer lassen spanischen Wein auf die Straße laufen

Französische Winzer haben beim Grenzübergang von Le Boulou fünf spanische Lastwagen gekapert und tausende Liter Wein auf die Straße laufen lassen

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Frankreich: protestierende Winzer lassen spanischen Wein auf die Straße laufen

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Französische Winzer haben beim Grenzübergang von Le Boulou fünf spanische Lastwagen gekapert und tausende Liter Wein auf die Straße laufen lassen. Begründung: Protest gegen unlauteren Wettbewerb und Preisdumping. Die offenen Weine der Grenzregion kosten laut regionalem Winzerverband (Syndicat des Vignerons de l’Aude) 78 Euros pro Hektoliter, spanische Importware weniger als die Hälfte (32 Euro).

Meinung

"Wir vermuten Betrug"

Frédéric Rouanet, Winzer, Demonstrant zu “France Televisions”:

“2015 wurden 7,2 Millionen Hektoliter ausländische Weine importiert, das akzeptieren wir nicht, wir vermuten Betrug.”

Von diesen 7,2 Millionen Hektolitern Tafelwein – Zuwachs 11 Prozent – kamen gut 80 Prozent aus dem Nachbarland Spanien. Die Billigweinschwemme hatte schon 2014 eingesetzt, mit 23 Prozent Zuwachs, fast drei Viertel kamen aus Spanien. Frankreich produziert jährlich rund 46 Millionen Hektoliter (2014), Spanien rund 37.

Jose Manuel Garcia-Margallo, spanischer Außenminister:

“Es wird eine Untersuchung gegen die Französische Republik in der Europäischen Kommission geben über die Angriffe auf spanische Lastwagen. Dies ist eine inakzeptable Situation zwischen zwei Ländern, die Partner und Freunde sind wie Frankreich und Spanien.”

… und bestellte Frankreichs Botschafter ein.

Der spanische Güterverkehrs-Verband (CETM), verurteilte “die Passivität, mit der die Französisch Regierung diese Angriffe möglich macht.”

Schon im vergangenen Sommer hatte Spanien Beschwerde eingelegt, damals trafen die Proteste Milch- und Fleischtransporter.

su mit AFP, EFE