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Creativity for Change: Ein Musifestival schaut über den Tellerrand hinaus

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Creativity for Change: Ein Musifestival schaut über den Tellerrand hinaus

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Die Tallinn Music Week steht für bunten Stilmix und überraschende Begegnungen. Etwa Staatspräsident Ilves, der als DJ hinterm Plattenteller eine

Die Tallinn Music Week steht für bunten Stilmix und überraschende Begegnungen. Etwa Staatspräsident Ilves, der als DJ hinterm Plattenteller eine Benefiz-CD mit seinen Lieblings-Rocksongs vorstellte ( Teenage Wasteland – Favourites 1963–1978). Das Showcase Festival schlug diesmal aber auch nachdenkliche Töne an auf dem Diskussionsforum Creativity for Change, um angesichts der Flüchtlingskrise ein Zeichen zu setzen.

Einfach nur fröhlich ein Musikfestival zu feiern, während der Rest der Welt den Bach runter geht, das war den Organisatoren der diesjährigen Tallinn Music einfach zu wenig. Deswegen beschloss man, die kreative Kraft, die Demokratie der Musik, wie Festivalleiterin Helen Sildna es nennt, zu vereinen.

Helen Sildna, Direktorin der Tallinn Music Week: “Wir haben dieses Forum initiiert, weil wir glauben, dass es im kreativen Sektor viele gute Ideen gibt. Wir wollten über Kreativität im breitesten Sinne sprechen. Nicht nur in Kunst, Design, Musik oder Film, sondern Kreativität als Geisteshaltung. Mit den Initiativen der Bürger und dank unserer Fähigkeit, unsere intelligentesten Kräfte zu vereinen, können wir wirklich Veränderungen bewirken.”

Sildna ging es auch darum, das klassische Festivalformat zu durchbrechen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und gemeinsam mit Vertretern aus allen gesellschaftlichen (Bereichen, Politik, Wirtschaft, Bildung, Forschung etc.) nach Lösungen für eine bessere Welt zu suchen. Das Forum vereinte Vertreter aus über 30 Ländern. Unter ihnen war der US-Unternehmer kurdischer Herkunft Hamdi Ulukaya, einer der Unterzeichner der Giving Pledge Kampagne, bei der sich führende Unternehmen dazu verpflichten, einen Teil ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden.

Ulukaya ist außerdem Initiator der Tent Foundation, die Konzerne dazu aufruft, Ressourcen in die Bewältigung der Flüchtlingskrise zu investieren.

Hamdi Ulukaya, CEO Chobani: “Ich bin davon überzeugt, das die Unternehmenswelt etwas verändern kann. Wir müssen Firmen und Konzerne an der Lösung einer der größten humanitären Krisen beteiligen, und zwar sofort. Die gute Nachricht ist; die Unternehmen sind bereit, mitzumachen.
Die große Herausforderung lautet: Wie vernetzten wir all diese Ressourcen und Firmen mit den Hilfsorganisationen, Agenturen und Regierungen, damit sie schneller, besser, humaner und billiger handeln – vor allen Dingen schneller.”

Die Welt verändern kann ein Musikfestival nicht, wohl aber mit kreativen Ideen für mehr Solidarität und ein besseres Zusammenleben kämpfen. Ein paar konkrete Initiativen ergaben sich bereits auf dem Forum: Mehrere estnische Start-ups wollen die Tent Foundation unterstützen. Auch ein großes Benefizkonzert ist geplant.

Die Auseinandersetzung mit sozialen und politischen Themen soll auf jeden Fall auch zur nächsten Tallinn Musik Week dazu gehören, vom 27. März bis zum 2. April 2017.