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Proteste gegen Rentenkürzungen in Athen: "Wir können so nicht leben"

In Athen sind ArbeiterInnen, Studierende, RentnerInnen und Arbeitslose vor das Parlament gezogen, um erneut gegen die Sparauflagen der Gläubiger zu

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Proteste gegen Rentenkürzungen in Athen: "Wir können so nicht leben"

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In Athen sind ArbeiterInnen, Studierende, RentnerInnen und Arbeitslose vor das Parlament gezogen, um erneut gegen die Sparauflagen der Gläubiger zu protestieren. Bei einer für den späten Abend angesetzten Abstimmung sollen die Abgeordneten erneut Rentenkürzungen und Steuererhöhungen beschließen. Etwa 5000 Menschen waren dem Protestaufruf der kommunistischen Gewerkschaft Pame laut Polizei gefolgt – darunter Liana Korobili, 37, arbeitslose Lehrerin: “Wir sind jung und wir können diese Politik nicht akzeptieren. Wir haben keine Sozialversicherung, keine Krankenversicherung, kein anständiges Gehalt. Die meisten von uns haben noch nicht einmal eine Arbeit. Wir können so nicht leben. Wir können nicht im 21. Jahrhundert leben und wie im 19. Jahrhundert arbeiten.”

Meinung

Wir haben kaum noch Geld für das Nötigste.

“Ich nehme schon lange mehr kein Geld von meinen Eltern an”, sagte Yiorgos Papadopoulos. “Wenn ihre Gehälter und Renten jetzt noch mehr gekürzt werden, weiß ich nicht, wie wir noch überleben sollen. Die meisten meiner Freunde kommen aus armen Familien. Wir haben kaum noch Geld für das Nötigste.”

Regierungsvertreter zeigten sich zuversichtlich, dass das 5,4 Milliarden Euro schwere Sparpaket mit der knappen Regierungsmehrheit durchs Parlament kommt. Ab Montag wollen die EU-Finanzminister über die Maßnahmen beraten. Die Syriza-Regierung hat kaum Spielraum, will sie die Brüsseler Hilfskredite erhalten.

Dazu euronews-Reporter Apostolos Staikos: “Die Regierung bezeichnet die Rentenreform als notwendig, aber die Gegner sagen, dass ihre Renten in ein paar Jahren nur noch die Höhe von Trinkgeld haben. Für die Griechen ist klar, dass Syriza sich für Austerität und Kürzungen entschieden hat, genau wie die Vorgängerregierungen.”

Am Abend wollten auch die Gewerkschaft der Staatsbediensteten (ADEDY) sowie der Dachverband des privaten Bereichs (GSEE) vor dem Parlament gegen das Sparpaket demonstrieren. Am Freitag waren viele Gewerkschaften in einen für 48 Stunden angesetzten Streik getreten.