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Britische Gewerkschaftsführer warnen vor "Brexit"

Der “Brexit” wäre «für arbeitende Menschen ein Desaster», haben britische Gewerkschaftführer in einem Offenen Brief gewarnt.

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Britische Gewerkschaftsführer warnen vor "Brexit"

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Der “Brexit” wäre «für arbeitende Menschen ein Desaster», haben britische Gewerkschaftführer in einem Offenen Brief gewarnt. Im Boulevardblatt «Daily Mirror» warben sie für den Verbleib (Großbritanniens) in der EU.

Die Kampagne wurde von Labour-Chef Jeremy Corbyn unterstützt. Es drohten Entlassungen, niedrigere Löhne und Exportrückgänge.

Mehr als 3 Millionen britische Arbeitsplätze sind an den wirtschaftlichen Austausch innerhalb der EU gekoppelt.

Keine Angst, meint Tim Martin, Chef der Pub-Kette JD Wetherspoon, “Brexit”-Verfechter:

“Es gibt keinen Grund, warum wir kein wohlhabendes Land sein können. Wir werden mehr Geld haben, weil wir nicht so viel in die EU zahlen, großartige unternehmerische Kräfte im Land werden entfesselt.”

Der – zum Bleiben entschlossene – Premierminister David Cameron betreibe Angstmacherei wie einst der nordirische Hitzkopf Ian Paisley.

Gut eine Woche vor dem EU-Referendum
liegen nach zwei neuen Umfragen die Befürworter eines Brexits mit bis zu sieben Prozentpunkten vorn.

In einer Meinungsumfrage des Instituts YouGov für die Zeitung «The Times» sprachen sich 46 Prozent der Befragten für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union aus. Die Brexit-Gegner des «Remain»-Lagers («Bleiben») kamen demnach auf 39 Prozent, 11 Prozent der Befragten waren noch unentschlossen.
Eine Umfrage des Instituts ICM im Auftrag der Zeitung «The Guardian» kam zu dem Ergebnis, dass die «Leave»-Kampagne («Rausgehen») mit 53 zu 47 Prozent führe. Das Lager der unentschlossenen Befragten wurde dabei nicht berücksichtigt.

Der britische Airbus-Chef Paul Kahn fürchtet draußen vor der EU-Tür Komplikationen:

“Wir machen alles einmal, nach einem Standard. Wenn es also eine britische Norm gibt und eine europäische, dann wird alles noch komplizierter, nicht einfacher. Das ist unser Umfeld.”

Brächte ein “Brexit” mehr Arbeitslose – oder weniger? Die niedrige britische Quote – gut 5 Prozent – trotzte im vergangenen Jahr rund 330.000 Migranten, gut doppelt so viele wie vor vier Jahren. Etwa die Hälfte kam 2015 aus anderen EU-Staaten.

Swati Dhingra, Volkswirtin London School of Economics

“Das sind Menschen, die oft gut ausgebildet sind und zu deren Ausbildung Großbritannien nichts beigetragen hat. und jetzt kommen sie in’s Land. Sie schaffen unter dem Strich Arbeitsplätze und nehmen britische Arbeitern keine Arbeitsplätze weg. In einer wachsenden Wirtschaft gibt es Platz für alle.”

Abgestimmt wird am 23. Juni.

su mit dpa, Reuters