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NATO erklärt Cyberspace zum Kriegsgebiet

Die NATO-Verteidigungsminister haben beschlossen, Angriffe über Datennetze als militärische Angriffe zu behandeln. Das könnte zur Auslösung des Bündnisfalls führen.

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Die NATO-Verteidigungsminister haben beschlossen, das Militärbündnis auf den Cyberspace auszudehnen. Angriffe über Datennetze sollen künftig wie Angriffe von Land-, See- oder Luftstreitkräften behandelt werden. Das könnte sogar dazu führen, dass ein Cyber-Angriff den Bündnisfall auslöst. Dann müssten alle Bündnispartner dem angegriffenen Staat militärische Hilfe leisten:

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"Wir sehen, dass Cyber-Angriffe eine Menge Schaden anrichten und gefährlich sein können"

Jens Stoltenberg NATO-Generalsekretär

“Ein Cyber-Angriff kann die kollektive Verteidigung auslösen, denn wir sehen, dass Cyber-Angriffe eine Menge Schaden anrichten und gefährlich sein können. Und, man kann sich einen Konflikt nicht mehr ohne Cyber-Dimension vorstellen”, erklärte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag in Brüssel.

Wichtig für die NATO ist nach Stoltenbergs Aussage, die Quelle für Angriffe aus dem Netz zu identifizieren. Nach einem groß angelegten Hacker-Angriff auf das Verwaltungsnetz des Bündnismitglieds Estland im Jahr 2007 wurden erste Verteidigungsstrategien ausgearbeitet und in der estnischen Hauptstadt Tallinn das NATO-Kooperationszentrum für Cyberverteidigung (CCDCOE, NATO Cooperative Cyber Defence Center of Excellence)eingerichtet.

Die Verteidigungsminister bereiten in Brüssel den NATO-Gipfel am 8. und 9. Juli in Warschau vor. Dort soll ein ganzes Paket neuer Abschreckungsmaßnahmen präsentiert werden.

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