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Brexit-Gegner schüren Angst

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Brexit-Gegner schüren Angst

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Beim Brexit-Referendum hat er Wort gehalten, nun hält der britische Premier den Atem an: Laut Umfragen wird das Ergebnis sehr knapp. Ein Austritt aus der EU könnte David Cameron den Job kosten.

2013 hatte der damals noch europakritische Regierungschef seinen Wählern ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft versprochen. Dann verhandelte er neu mit Brüssel und sprach sich GEGEN den Brexit aus.

Hinter dem britischen Premierminister liegt ein schwer vermittelbarer Zickzack-Kurs. Er selbst sei EU-Skeptiker, meint Cameron. Er sehe vieles kritisch, was die EU tue. Dennoch spreche das nicht gegen seinen Wahlkampf, sondern es demonstriere Stärke, die Wahrheit zu sagen – ganz im Gegensatz zum gegnerischen Lager.

Cameron versäumte es monatelang, die junge Wählerschaft zu mobiliseren. Das Problem: Junge Wähler sind zwar eher proeuropäisch. Allerdings ist bei ihnen die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass sie nicht wählen gehen.

Das konservative Lager um Cameron setzte vor allem auf Angstszenarien. “Der Schock, die Unsicherheit und die Auswirkungen auf den Handel wirken auf unsere Wirtschaft wie eine Bombe. Das Schlimmste daran: Wir selbst sitzen am Drücker,” so Cameron.

Falls es zum Brexit kommt, könnte das BIP im schlimmsten Fall um bis zu 9,5% absinken, unken internationale Finanzexperten.

Der europaskeptische Think Tank Open Europe meint hingegen, wenn Großbritannien mit den EU-Staaten gute Handelsverträge abschließe, wäre im Jahr 2030 ein um 1,6% höheres Bruttoinlandsprodukt möglich.

Die Labour-Partei stieg spät in den Wahlkampf ein, und das, obwohl sie proeuropaäisch ist.


Auch sie konzentrierte sich auf die Folgen für die Wirtschaft und die Vorteile, Mitglied eines größeren Ganzen zu sein. Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn sagte: “Die Labour-Partei ist für den Verbleib in der EU, denn ihr verdanken wir Investitionen, Arbeitsplätze und mehr Rechte für Arbeiter, Konsumenten sowie größeren Umweltschutz. Gemeinsam können wir besser den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnen.”

Um zu demonstrieren, wie wichtig die Brücke zu Brüssel ist, überwanden selbst Labour-Politiker Tony Blair und John Major von den Tories die politischen Gräben, um gemeinsam für den Verbleib in der EU zu werben.

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