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Die VW-Hauptversammlung wird heiß: Anzeige gegen Vorstände, Konzernchef Müller zweifelt am Diesel

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Die VW-Hauptversammlung wird heiß: Anzeige gegen Vorstände, Konzernchef Müller zweifelt am Diesel

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Die Volkswagen-Hauptversammlung an diesem Mittwoch – die erste nach Bekanntwerden des Diesel-Skandals dürfte noch heißer werden als ohnehin erwartet: Nach Insider-Informationen (Reuters) hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) den gesamten VW-Vorstand bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Nach Ansicht der Bafin sei der Vorstand insgesamt verantwortlich für die mutmaßliche Manipulation. Der Verdacht: VW habe im vergangenen September möglicherweise bewusst verspätet über die Folgen der Abgasmanipulationen informiert, um den Aktienkurs nicht einbrechen zu lassen. Ähnliche Vorwürfe hatten bereits Privatanleger und Fonds erhoben. Die VW-Aktie hat seit Bekanntwerden der Diesel-Manipulationen rund 40 Prozent ihres Wertes verloren, vor allem in den ersten Tagen des Skandals.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig konzentriert sich – so Medienberichte (dpa) – offenbar zunächst auf Ex-VW-Chef Martin Winterkorn und Markenchef Herbert Diess.

Wegen Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Dieselskandal muss der VW-Vorstand auf der Hauptversammlung am Mittwoch um seine Entlastung bangen, sagten Insider.

Erster Kommentar von Volkswagen: Bei rechtlichen Prüfungen durch Anwaltskanzleien in den USA und Deutschland sind nach derzeitigem Kenntnisstand keine eindeutigen und schwerwiegenden Pflichtverletzungen von aktuellen oder ehemaligen Vorstandsmitgliedern festgestellt worden.

VW-Konzernchef Matthias Müller hat nach Medienberichten («Handelsblatt») nach dem Abgas-Skandal den Dieselmotor generell in Zweifel gezogen. Die CO2-Vorgaben der Europäischen Union zeigten schon heute, «dass die Abgasreinigung beim Diesel enorm teuer und aufwendig wird. Gleichzeitig wird die
Elektromobilität preiswerter», so Müller. «Vor diesem Hintergrund wird sich die Frage stellen, ob wir ab einem
gewissen Zeitpunkt noch viel Geld für die Weiterentwicklung des Diesels in die Hand nehmen sollen».

In Deutschland hängen Zehntausende Jobs am Diesel. VW hatte bei elf Millionen Dieselfahrzeugen per Software Abgastests manipuliert. In den USA hat VW alle Dieselmodelle vom Markt genommen. Müller hatte kürzlich angekündigt, Milliarden in die Elektromobilität zu stecken.

su mit Reuters, dpa

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