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"Brexit" - Börsen wagen sich aus der Deckung

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"Brexit" - Börsen wagen sich aus der Deckung

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Nach den drastischen Kursverlusten der vergangenen Tage trauen sich die ersten Anleger in die europäischen Aktienmärkte zurück.

Der Dax und der Londoner Auswahlindex FTSE gewannen jeweils rund zwei Prozent. Der EuroStoxx50 legte sogar um 2,47 Prozent zu. Bei den Einzelwerten standen Banken ganz oben auf der Einkaufsliste der Anleger. Der europäische Banken-Index gewann 4,1 Prozent. Zuvor hatten die Institute größtenteils zweistellige prozentuale Kursverluste eingefahren. Deutsche Bank rückten um 4,7 Prozent und Commerzbank um 3,8 Prozent vor.

Gefragt waren auch die Papiere von Volkswagen, obwohl das Unternehmen einem Insider zufolge zur Beilegung des US-Abgasskandals deutlich tiefer in die Tasche greifen muss als gedacht. Die Aktien des Autobauers legten um 3,8 Prozent zu. “Ich glaube nicht, dass es mit einer Entschädigung von 15 Milliarden Dollar getan ist”, sagte ein skeptischer Börsianer. Schließlich umfasse der Kompromiss nur einen Teil der betroffenen Fahrzeuge.

Auch das Pfund Sterling ging auf Erholungskurs und verteuerte sich um 2 Dollar-Cent auf 1,3326 Dollar, nachdem es am Vortag auf ein 31-Jahres-Tief von 1,3118 Dollar gefallen war.

“Das ist alles aber nur eine Momentaufnahme”, warnte ein Börsianer in Frankfurt. “Der Brexit ist noch zu frisch.”

Die Ratingagenturen S&P und Fitch entzogen dem Land wegen der Risiken für die Wirtschaft die Bestnote “AAA” und stuften es auf “AA” herunter.

Am vergangenen Donnerstag hatten die Briten für den Ausstieg ihres Landes aus der EU gestimmt. Da die Folgen dieser Entscheidung noch nicht abschätzbar seien, bleibe die Verunsicherung groß, fügte der Aktienhändler hinzu. Er rechne daher in den kommenden Tagen mit einem Rutsch des Dax unter die 9.000er Marke.

Auch das Pfund habe seine Talsohle noch nicht erreicht, warnte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. “Investoren brauchen Klarheit darüber, wo Großbritannien in zwei und mehr Jahren steht. Solange die fehlt, wird das Pfund weiter abgestraft. Grundsätzlich gilt: Keine Neuigkeiten sind schlechte Neuigkeiten für das Pfund.”

su mit Reuters

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