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Zukunft ungewiss: "Dschungel von Calais" wächst und wächst

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Zukunft ungewiss: "Dschungel von Calais" wächst und wächst

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Das große Flüchtlingslager im französischen Calais ist schon lange Thema zwischen Frankreich und Großbritannien. Der “Dschungel von Calais”, wie das Lager genannt wird, wächst scheinbar unaufhaltsam. Schon bald wird die Zahl der Migranten, die hier unterkommen, die 10.000-Schwelle überschreiten – im Juni waren es gerade mal halb so viele. Die Situation im Lager ist schwierig. Die Polizei spricht von “No-Go-Areas” und innerethnischen Spannungen.

Die meisten Migranten wollen nur eines: nach Großbritannien gelangen. Doch die Pforten dorthin befinden sich in Frankreich. Wie wird es nun weitergeht, speziell nach dem anstehenden Brexit? Schon vor dem Votum der Briten über den EU-Ausstieg warnte der französische Präsident François Hollande: “Es wird Folgen haben, wenn Großbritannien die EU verlässt. Es wird Konsequenzen in vielen Bereichen geben, und natürlich auch bei der Frage der Migration.”

Alles begann im Jahr 2002. Damals gab es den Dschungel noch nicht. Die Migranten wurden im Lager von Sangatte in der Nähe von Calais untergebracht. 1999 hatte das Rote Kreuz das Camp gebaut, es hatte Platz für 200 Menschen. Zu wenig für die vielen Afghanen, Kosovaren, Iraner, Iraker und Kurden, die kamen.

Nicolas Sarkozy war im Jahr 2002 Innenminster Frankreichs. Unter dem Druck seines britischen Amtskollegen David Blunkett beschloss er, das Lager dichtzumachen. Im Dezember rollten die Bagger an. Sangatte war weg, doch die Probleme blieben. Die Flüchtlinge kamen weiter nach Calais.

Im Februar 2003 unterzeichneten die beiden Innenminister dann das Abkommen über vorgezogene Grenzkontrollen am Ärmelkanal. Heißt: Der Grenzübergang zum Nicht-Schengenland Großbritannien ist auf französischer Seite in Calais. Hier werden die Personen kontrolliert, die auf die Insel wollen, und notfalls wird ihnen die Reise verweigert. Allerdings hatte da niemand mit einem derart hohen Aufkommen an Migranten gerechnet.

Heute ist dieses Abkommen vielen französischen Politikern ein Dorn im Auge. Sie wollen es auflösen und die Grenze wieder ins englische Dover verlegen, damit die Briten sich selbst um die Asylanträge und den starken Zustrom von Migranten kümmern.

Info des französischen Staats zum Lager in Calais

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