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Nach "Brexit": Britische Autohersteller "überdenken Investitionen"

Der japanische Autohersteller Nissan könnte seine Investitionspläne für Großbritannien angesichts des Brexit-Votums überdenken.

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Nach "Brexit": Britische Autohersteller "überdenken Investitionen"

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Der japanische Autohersteller Nissan könnte seine Investitionspläne für Großbritannien angesichts des Brexit-Votums überdenken. Nissan-Chef Carlos Ghosn sagte auf dem Pariser Autosalon, Nissan werde wichtige Investitionsentscheidungen nicht ins Blaue hinein treffen. Damit spielte er auf die anstehende Entscheidung an, wo Nissan die neue Version des SUV-Modells Qashqai fertigen lassen will.

Nissan hat ein Werk in Sunderland im Nordosten Englands, wo rund 7.000 Mitarbeiter jedes Jahr eine halbe Million Fahrzeuge bauen. Ghosn verlangt eine Zusicherung der britischen Regierung, gegebenenfalls für Einbußen aufzukommen, die Nissan durch mögliche Zölle entstehen könnten, wenn Großbritannien aus der Europäische Union austritt. Sonst werde Nissan nicht in Großbritannien investieren.

Carlos Ghosn, Vorstandschef von Renault-Nissan:

“Investitionsentscheidungen sind sehr schwierig oder sich die Zukunft vorzustellen, wenn Sie nicht wissen, wie das Verhältnis sein wird zwischen Großbritannien und seinem wichtigsten Handelspartner – dem Rest Europas.
Nun, zum Beispiel wären Steuern auf britische Importgüter in Europa sehr schädlich für die Entwicklung unserer Präsenz in Großbritannien.”

JAGUAR LAND ROVER

Uns gibt es auch noch, gab daraufhin der Vorstandschef von Jaguar Land Rover, Ralf Speth, zu bedenken. Man werde “das Denken neu auszurichten.” Manche in Europa wollten jetzt keine britischen Autos mehr. Und wenn Nissan einen Brexit-Deal bekomme, dann hätten andere Autohersteller ein Recht auf gleiche Wettbewerbsbedingungen. Jaguar Land Rover, eine Tochtergesellschaft der indischen Automobilfirma Tata Motors, ist der größte britische Autohersteller.

Speth sagte die Firma, die im vergangenen Jahr ein Drittel der 1,6 Millionen britischen Autos gebaut hat, hätte im Fall eines “harten Brexit” einen Doppelschlag zu erwarten: Zölle auf Export-Autos und auf Import-Teile und -Technologie aus der EU – das beschädige die Wettbewerbsfähigkeit.

“Die aktuelle Unsicherheit ist nicht förderlich für Industrieinvestitionen in Großbritannien,” sagte Mike Hawes vom Autohersteller-Verband Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT).

“Die Regierung muss alles tun, um die Wettbewerbsfähigkeit des britischen Automobilsektors zu erhalten, der in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich die Exporte gesteigert, Arbeitsplätze geschaffen und Wirtschaftswachstum gefördert hat”.

su mit Reuters