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Ungarische Muslime beklagen Ablehnung in Folge des Anti-Flüchtlings-Referendums


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Ungarische Muslime beklagen Ablehnung in Folge des Anti-Flüchtlings-Referendums

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Es soll eine Entscheidung zu den umstrittenen Flüchtlingsquoten der EU werden. Doch ungarische und schon eingewanderte Muslime beklagen, dass das Referendum der Regierung in Budapest die Stimmung im Land auch ihnen gegenüber verändert hat.

Ungeachtet des Wortlauts auf den Stimmezetteln würden viele Ungarn am Sonntag über eine Religionsgemeinschaft abstimmen, glaubt etwa Tayseer Saleh, Imam bei der Darusallam Moschee in Budapest. Die Moschee lud im Vorfeld des Referendums unter anderem zu einem Tag der offenen Tür. Auch Stadtführungen der Gemeine für Interessierte sollten den christlichen Besuchern das Unbehagen des Unbekannten nehmen.

“Man könnte sagen, dass diese Kampagne gegen Migranten ist, aber eigentlich geht es gegen den Islam, so haben die meisten Leute das verstanden”, meint Saleh über den Wahlkampf der Regierungspartei Fidesz vor dem Referendum. “Weil ein großer Prozentsatz der Migranten Muslime sind. Das wird zu einem Problem für Muslime in Ungarn.”

Nach dem 2015 von der EU anvisierten Schlüssel würden Ungarn knapp 1300 Flüchtlinge und Migranten zugewiesen. Ungarn lehnt das ab und ist deshalb auch vor den Europäischen Gerichtshof gezogen. Beim letzten Zensus im Jahr 2011 gaben nicht ganz 6000 Menschen den Islam als Glaubensrichtung an.

“Ich fange an, mich in meinem Heimatland abgelehnt zu fühlen”, sagt auch Timea Nagy, eine in Budapest lebende Muslima. “Ich halte mich für eine gute Ungarin und möchte das auch sein. Aber wenn die Leute von solcher Propaganda umgeben und davon so beeinflussbar sind, dann fängt man schon an sich zu wundern.”

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