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Amnesty fordert Aufklärung möglicher Morde durch irakische Polizei bei Mossul


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Amnesty fordert Aufklärung möglicher Morde durch irakische Polizei bei Mossul

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Einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge sollen Männer in Polizeiuniformen südlich von Mossul bis zu sechs Menschen hingerichtet haben. Das hätten Nachforschungen durch Mitarbeiter vor Ort ergeben. Die Organisation fordert eine gründliche und unabhängige Aufklärung des Falles durch die irakischen Behörden.

Es ist der erste derartige Bericht einer Menschenrechtsorganisation seit Beginn der Offensive auf die IS-Hochburg Mossul. Ähnliche Berichte hatte es zuvor aber schon bei der Befreiung von Falludscha im Mai gegeben.

Im jüngsten Fall seien zehn Männer in der Umgebung von al-Shura and Qayyara zunächst mit Kabeln und Gewehrkolben geschlagen und dann bis zu sechs von ihnen erschossen worden. Die Täter sollen den Opfern Verbindungen zur IS-Terrormiliz vorgeworfen und auch den Bart eines Mannes angezündet haben. In den folgenden Tagen wurden dann vier Leichen entdeckt. Ob es sich bei den Tätern tatsächlich um Polizisten oder Männer in Verkleidung handelte, ist nicht zweifelsfrei feststellbar.

Um verdeckte IS-Kämpfer zu identifizieren, kontrollieren und verhören die vorückenden Truppen aus Mossul fliehende und verdächtig wirkende Männer, bevor sie zu Auffanglagern gebracht werden. Im Vorfeld waren Befürchtungen laut geworden, dabei könne es zu Racheakten und Übergriffen kommen.

An der Offensive auf Mossul sind neben Sicherheitskräften des irakischen Staats auch schiitische und sunnitische Milizen sowie die kurdischen Peschmerga beteiligt. Sie werden dabei von der US-geführten Anti-IS-Koalition mit Luftangriffen, Beratern und Informationen unterstützt.

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