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Klima: Nachhaltige Initiativen auf Marokkos Feldern


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Klima: Nachhaltige Initiativen auf Marokkos Feldern

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Auf Marrokkos Anbauflächen sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich zu spüren: weniger Regen, weniger Wasser. Deswegen wird schon seit einiger Zeit auf Initiativen gesetzt, um die Landwirte mit sparsamen Bewässerungsmethoden zu vertraut zu machen.

In der Provinz al Haouz nahe Marrakesch beispielsweise wurde ein unterirdisches Tropfbewässerungssystem eingerichtet, das viel weniger Wasser verbraucht. Die Bauern wurden dazu angehalten, auf vielseitige und nachhaltige Anbauprodukte umzusteigen.

Abdeslam Batrha, Olivenbauer: “Wir haben schwere Zeiten erlebt”, sagt ein Landwirt, der seit 1987 hier arbeitet. “In diesen harten Zeiten benutzen wir das Wasser aus dem Fluss Saquia. Das war sehr schwer. Das Wasserholen nahm viel Zeit in Anspruch. Es war nicht ergiebig und letztlich sogar teuer.

Als die Tropfenbewässerung eingeführt wurde, haben wir schnell die Vorteile gespürt. Wir haben angefangen, Oliven anzubauen und damit unsere Einnahmen zu steigern. Dann haben begannen wir damit, Olivenöl herzustellen, zunächst für unseren eigenen Verbrauch. Danach haben wir mit dem Anbau von Bohnen und Erbsen weitere Einnahmequellen gewonnen. Aber die Jahre von 1987 bis 2000 waren sehr schwer. Die anhaltende Dürre hatte viele negative Auswirkungen.”

Obstbäume gegen Erosion

In ländlichen Gebieten arbeiten die Behörden mit internationalen Organisationen zusammen, um einem weiteren Phänomen, der Bodenerosion, entgegenzuwirken.

Mit sichtbaren Ergebnissen. Dort, wo sich bei Regen sintflutartige Sturzbäche bildeten, die Pflanzen und Sedimente mit sich rissen, wurden auf Terrassen Tausende Bäume angepflanzt, um die Hänge zu
befestigen.

Abdeslem El Fouzi ist Landwirtschaftsingenieur und arbeitet im Auftrag der Regierung an dem Projekt. “Das ist wichtig, denn wenn es regnet, bilden sich reißende Bäche, und der Boden geht verloren. Um den Boden zu stabilisieren, haben wir Obstbäume angebaut. Die Wiederherstellung der Böden, die Sie hier sehen, ist eine gemeinsame Aktion zwischen landwirtschaftlicher Entwicklung und Bodenschutz, dank der Terrassenfelder und Obstbäume.”

Kooperativen und mehr Produktvielfalt

Mehr als 60% der marokkanischen Bevölkerung lebt heute in städtischen Gebieten. Die Schaffung von Anreizen, um die Landflucht zu bremsen, ist eine weitere wichtige Herausforderung.

Mitarbeiter des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung arbeiten vor Ort mit den Bauern an der Schaffung von Kooperativen, um ihre Produkte besser zu vermarkten.

Beispielsweise diese Olivenölkooperative, die ihr Angebot kontinuierlich erweitert hat. Die Präsidentin der Kooperative Najia El Ghouet erklärt:“Mit der Einführung neuer Anbaumethoden in dieser Region kamen auch neue technische Hilfsmittel, das hat die Olivenölgewinnung deutlich vereinfacht.

Die Produktion und der Verkauf wurden verbessert. Davon profitieren die Frauen in ländlichen Gebieten, denn sie haben eine eigene Einkommensquelle. Sie müssen nicht darauf warten, dass ihr Ehemann ihnen Geld gibt. Dank der Einführung zusätzlicher Produkte wie Olivenöl, Honig, Fleisch und Seife, brauchen Frauen nicht mehr ihre Männer darum zu bitten, Medikamente für die Kinder oder Schulbücher zu kaufen. Sie haben ihr eigenes Taschengeld.”

Die Abschlusserklärung des jüngsten Welt-Klimagipfels COP22 in Marrakesch enthielt den dringenden Appell, “höchste politische Verbindlichkeit beim Kampf gegen den Klimawandel zu zeigen”. Das Pariser Klimaabkommen wurde bislang von 110 Staaten ratifiziert.

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