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Italien: Wachstum stützt Renzi vor Referendum


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Italien: Wachstum stützt Renzi vor Referendum

Auf fast 20 Prozent (19,3%) schätzen Anleger nach einer Umfrage der Vermögensverwaltung Sentix, Frankfurt (1,000 Befragte, 24-26 November) die Wahrscheinlichkeit, dass Italien in den kommenden 12 Monaten die Eurozone verlässt. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Umfrage im Juni 2012 und Italien lässt dabei Griechenland hinter sich (9,9%). Italien stimmt Ende der Woche über eine Verfassungsänderung ab.

Giovanni Orsina, Professor für Geschichte an der Luiss-Guido Carli Universität, Rom, Autor des Buches “Berlusconismus und Italien”:

“Das Bild ist nicht so klar, wie etwa: Bei einer “Ja” – Abstimmung überlebt der Euro, bei “ Nein “ stirbt er. Es ist ein komplizierteres Bild. Ich sehe große Probleme auf den Euro zukommen, wenn Italien nicht die Reformen durchzieht, die seine öffentlichen Schulden nachhaltig machen.”

Schlittert Italien an den Rand der Staatspleite, fürchten Beobachter eine Neuauflage der Staatsschuldenkrise samt Finanzmarktturbulenzen. Die Euro-Zone stünde vor ihrem härtesten Test – oder gar vor dem Aus.

In Umfragen liegen die Gegner der Verfassungsänderung vorn. Bei einem «Nein» könnte Renzi seine Drohung wahr machen und abtreten. Dann wären Neuwahlen möglich mit einem Triumph der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung unter dem Ex-Komiker Beppe Grillo. Der stellt den Euro infrage.

Das Wort «Italexit» geht um – nach dem EU-Austritt
der Briten also der Austritt Italiens aus der Währungsunion.
Die Staatsschulden Italiens liegen jetzt schon bei mehr als 130 Prozent der Wirtschaftsleistung und gehören zu den höchsten der Welt. Dazu kommen angeschlagene Banken, die durch «faule» Kredite stark belastet sind.

Ministerpräsident Matteo Renzi hat seine politische Zukunft an eine Zustimmung geknüpft.

Jüngste Konjunkturzahlen bestätigen die Wachstumsprognose der Regierung – sie sieht seit September für 2016 insgesamt 0,8 Prozent Plus, nach zuvor 1,2 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war zwischen Juli und September 0,3 Prozent höher als im Vorquartal , so das Statistische Amt für Statistik ISTAT, nach 0,1 Prozent Plus im zweiten Quartal.

Laut Sentix-Umfrage liegt die Chance, dass irgendein Land die Eurozone verlässt, bei 24,1 Prozent – deutlich unter dem Höchstwert von mehr als 70 Prozent auf dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise im Jahr 2012.

su mit dpa, Reuters

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