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Bericht: VW-Manager wegen Dieselskandal in den USA festgenommen


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Bericht: VW-Manager wegen Dieselskandal in den USA festgenommen

Im Dieselskandal von Volkswagen wollen die US-Behörden nach Medienberichten (“New York Times”) zum ersten Mal einen höherrangigen Manager zur Verantwortung ziehen.

Die US-Bundespolizei FBI hat demnach laut Insidern den ehemaligen Leiter der Abteilung festgenommen, die in den USA für das Einhalten von Gesetzen zuständig ist. Er soll eine Schlüsselrolle bei der versuchten Vertuschung der Abgasmanipulation gespielt haben. Bereits an diesem Montag soll er dem Haftrichter in Detroit vorgeführt werden. Dort präsentiert sich der Konzern mit seinen Marken Volkswagen und Audi auf der Automesse – allerdings ohne Teilnahme von VW-Chef Matthias Müller.

DIESEL

Volkswagen hatte gegenüber den US-Behörden lange abgestritten, die Stickoxidwerte von Dieselautos durch eine spezielle Software manipuliert zu haben. Sie sorgt dafür, dass Autos Abgaswerte nur auf dem Prüfstand einhalten, nicht aber im Verkehr auf der Straße. Erst im September 2015 hatte der Konzern dies auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben.

Der festgenommen Manager soll dem Zeitungsbericht zufolge Ende 2014 falsche technische Erklärungen gegenüber den Behörden abgegeben haben, ehe er knapp ein Jahr später den Betrug einräumte. Im vergangenen Jahr hatte bereits ein Ingenieur in den USA zugegeben, am Konzernsitz in Wolfsburg und später in den USA Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein. Ziel sei die Entwicklung spezieller Software zur Manipulation von Emissionstests gewesen, mit der in den USA Behörden und Kunden getäuscht worden seien. Damit hat
der Skandal um manipulierte Abgaswerte zum ersten Mal persönliche strafrechtliche Konsequenzen für einen Verantwortlichen in den USA. Der Prozess steht noch bevor.

US-ABSATZ EINGEBROCHEN

In den USA wendeten sich die Verbraucher wegen des Dieselskandals von Volkswagen ab. Der Absatz der Hauptmarke VW brach im vergangenen Jahr um 7,6 Prozent auf 323.000 Fahrzeuge ein. Damit verkaufte VW nur noch gut fünf Prozent seiner Pkw in den Vereinigten Staaten. Der weltweite Absatz stieg, vor allem dank hoher Nachfrage in China, um 2,8 Prozent auf knapp sechs Millionen Stück. Die ebenfalls von manipulierten Dieselautos betroffene Premiumtochter Audi legte am US-Markt vier Prozent zu.

su mit dpa, Reuters

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