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Schweizer stimmen zu: Enkel von Einwanderern können leichter eingebürgert werden


Schweiz

Schweizer stimmen zu: Enkel von Einwanderern können leichter eingebürgert werden

Enkel von Einwanderern können in der Schweiz künftig leichter eingebürgert werden.

Das billigten in einer Volksabstimmung sechzig Prozent der Wähler. Auch das Ständemehr, also die Mehrheit unter den Kantonen, fiel mit siebzehn zu sechs deutlich aus. Nur einige Kantone in der Inner- und der Ostschweiz lehnten die Vorlage ab.

Zuvor hatten schon Nationalrat und Ständerat für die nötige Verfassungsänderung gestimmt.

Leichter zum Schweizerpass

Junge Leute bis 25 können nun leichter und in einem bundesweit einheitlichen Verfahren den Schweizerpass bekommen. Dieses leichtere Verfahren gilt bisher schon für Ehepartner von Schweizern.

Für die dritte Einwanderergeneration galten jedoch je nach Kanton unterschiedliche Regeln; der (wie bei den Ehepartnern) nunmehr zuständige Bund beteiligt die Kantone aber auch weiterhin.

Die Neuregelung betrifft rund 25000 Menschen, zum großen Teil Italiener. Wer sie in Anspruch nehmen will, muss zum Beispiel in der Schweiz geboren und zur Schule gegangen sein. Auch sonst gilt weiterhin eine Reihe von Bedingungen, die vor allem sichern sollen, dass die Neuschweizer gut eingegliedert sind.

Die Befürworter weisen darauf hin, dass diese Enkel von Einwanderern in aller Regel einen stärkeren Bezug zur Schweiz hätten als zum
Heimatland ihrer Großeltern. Die Gegner befürchten unter der Zuständigkeit des Bundes Masseneinbürgerungen.

Noch 2004 war eine Erleichterung sowohl am Volks- (knapp) als auch am Ständemehr (deutlich) gescheitert: Damals ging es aber noch um neue Bestimmungen für die zweite Einwanderergeneration und vor allem um eine automatische Einbürgerung für die dritte Generation.

Steuerreform für ausländische Holdings abgelehnt

Abgestimmt wurde an diesem Sonntag auch über eine Steuerreform für ausländische Firmen. Diese Vorlage wurde aber mit knapp sechzig Prozent der Stimmen verworfen.

Die Regierung wollte international verpönte Steuerprivilegien für Holding-Firmen abschaffen, die ihr Geld überwiegend im Ausland verdienen. Sie verknüpfte das aber mit neuen Vergünstigungen, was rund eine Milliarde Euro gekostet hätte.

Bündner wollen wieder kein Olympia

In einer weiteren Volksabstimmung lehnten es die Einwohner im Kanton Graubünden ein weiteres Mal ab, sich für die Austragung Olympischer Winterspiele zu bewerben.

Sechzig Prozent der Wähler waren gegen Spiele im Jahr 2026. Schon vor vier Jahren war eine Graubündener Olympiabewerbung am Volkswillen gescheitert.

Im Rennen um die Austragung von Winterolympia 2026 ist dagegen noch die Westschweiz. Dort wollen mehrere Kantone rund um die Stadt Sitten – oder auch Sion – im Wallis eine Bewerbung.

Dabei sind siebzehn Austragungsorte vorgesehen – wie mehrere Walliser Skigebiete von Crans-Montana bis Zermatt, die Eishockeystadien in Bern, Freiburg und Biel sowie die Loipen im Goms.

Die Eisläufer müssten ihre Wettkämpfe in Lausanne und in Aigle austragen. Ins bündnerische St. Moritz ausweichen müssten die Bob- und Schlittensportler: Dort gibt es eine bewährte Rennbahn – und so käme in die Ostschweiz bei erfolgreicher Bewerbung doch noch etwas Olympiastimmung.

Im April entscheidet über die Sittener Bewerbung das Schweizer Olympische Komitee. Letztlich wird der Austragungsort 2019 vom IOC bestimmt.

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