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Kampf um Aleppo: Kriegsverbrechen auf beiden Seiten


Syrien

Kampf um Aleppo: Kriegsverbrechen auf beiden Seiten

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Im Kampf um die syrische Stadt Aleppo letztes Jahr haben beide Seiten Kriegsverbrechen begangen.

Das stellt eine Untersuchungskommission des UNO-Menschenrechtsrats fest.

Sie untersuchte die Zeit von Juli bis Dezember, als ganz Aleppo wieder in der Hand der syrischen Armee war.

Der Armee wirft die Kommission unter anderem den Einsatz von Chlorgasmunition vor.

Einer der “ungeheuerlichsten Angriffe” sei aber der Beschuss eines Hilfskonvois in der Gegend um Aleppo gewesen. Damals starben vierzehn Helfer, viele Lastwagen wurden zerstört.

Außerdem hält die Kommission der Armee vor, sie habe immer wieder Einrichtungen wie Krankenhäuser angegriffen – auch wiederholt in den zwei großen Angriffswellen, die der Bericht feststellt. Zum Schluss habe in Ostaleppo kein einziges Spital mehr arbeiten können.

Dafür macht der Bericht sowohl die syrische als auch die verbündete russische Luftwaffe verantwortlich. Die Angriffe seien aber kaum jemals zuzuordnen, da beide Armeen die gleichen Flugzeuge und Waffen benutzten.

Auch die Aufständischen spart der Bericht aber nicht aus: Sie hätten zum Beispiel wahllos Wohngebiete mit Artillerie beschossen und Menschen an der Flucht gehindert, weil sie ihnen als menschliche Schutzschilde dienen sollten – ebenso ein Kriegverbrechen.

Aleppos Zivilisten seien nicht nur zufällige Opfer gewesen, sondern meistens das Ziel, sagt Kommissionsleiter Paulo Pinheiro. Vor allem die syrische und die russische Luftwaffe hätten ohne Unterlass den Osten Aleppos beschossen, um eine Kapitulation zu erzwingen.

Hunderte Unbeteiligte seien im täglichen Beschuss ziviler Wohngebiete getötet worden, so Pinheiro weiter, durch Waffen wie Streu- und Betonbrechmunition, Brandbomben und zu Waffen umgebaute Chlorkanister.

Was in Aleppo geschehen sei, so die Kommission, sei im Syrienkonflikt ohne Beispiel. Ein Großteil der einst so bedeutenden Stadt sei in Schutt und Asche gelegt.

Die Kommission hat auch eine Liste mutmaßlicher Kriegsverbrecher zusammengestellt. Sie soll einem noch zu schaffenden UNO-Gremium zur Strafverfolgung übergeben werden.

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