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Frankreichs Ex-Ministerpräsident Valls und Präsidentschaftskandidat Macron: neues Traumpaar im Wahlkampf?


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Frankreichs Ex-Ministerpräsident Valls und Präsidentschaftskandidat Macron: neues Traumpaar im Wahlkampf?

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Dreieinhalb Wochen vor den Präsidentschaftswahlen hat der Sozialist und ehemalige Ministerpräsident Manuel Valls angekündigt, den parteifremden Emmanuel Macron zu unterstützen. Damit entzieht er dem Kandidaten seiner eigenen Partei, Benoît Hamon, das Vertrauen.

“Ich möchte ihm danken”, so Macron in einem Radiointerview mit Europe 1, “es zeigt, dass die Sozialdemokraten und verantwortungsbewusste Frauen und Männer der Linken bereit sind, mich zu unterstützen.”

Macron könne eine Neuordnung des politischen Lebens in Frankreich ermöglichen, rechtfertigte sich Valls. In Umfragen wird dem Politjungstar Macron zugetraut, die Rechtspopulistin Marine Le Pen im entscheidenden Wahlduell am 7. Mai zu besiegen.

Zwar schlägt sich der machtbewusste Valls mit dem Wechsel des Lagers auf die Seite eines aussichtsreicheren Kandidaten, als Benoît es ist. Dieser dümpelt in Umfragen irgendwo bei zwölf Prozent der Stimmen herum. Dennoch ist Valls’ politische Zukunft alles andere als klar.

Valls: machtlos in die Zukunft

Er garantiere neue Gesichter und neue Vorgehensweisen in der Regierung, so Macron. Das Bedeute, dass Manuel Valls nicht unbedingt mitregieren werde? Fragt der Moderator. “Ja, das haben Sie richtig verstanden”, ist Macrons Antwort. Dennoch sind schon mehrere hochrangige Sozialisten zu Macron übergelaufen, weg von dem quasi chancenlosen Benoit Hamon.

Der reagiert mit einer Mischung aus Enttäuschung und Pragmatismus. Als stark linker Politiker war er mit einigen Entscheidungen seiner Parteikollegen in der Regierung sowieso nicht einverstanden: “Die Hetzer, die Wortführer und die Strippenzieher hinter diesen Entscheidungen haben der Linken bereits in der Frage nach dem Entzug der Staatsbürgerschaft und dem Arbeitsgesetz großen Schaden zugefügt. Jetzt haben sie ihre neue Heimat bei Emmanuel Macron gefunden.”

Hamons Strategie gegen das Dillemma: Er geht ebenfalls auf Stimmenfang in anderen Parteien. So hat er unter anderem die Kommunisten aufgefordert, sich mit ihm zu verbünden.

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