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Investitionsoffensive der EU: Mehr Geld für Afrika?

Die EU-Kommission will mit ähnlichen Maßnahmen wie auf dem eigenen Kontinent private Investitionen in Afrika anstoßen

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Investitionsoffensive der EU: Mehr Geld für Afrika?

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Die Schaffung neuer und nachhaltiger Jobs – ein Dauerthema. Beim EU-Afrika Business Forum in Brüssel diskutierten Politiker, Geschäftsleute und Vertreter der Zivilgesellschaft darüber, wie sich das dies- und jenseits des Mittelmeers verwirklichen lässt. Eines der jüngsten Vorhaben der Europäischen Kommission ist die sogenannte Investitionsoffensive für Drittländer – Afrika und Anrainerstaaten – der das Europäische Parlament und der Europäische Rat zustimmen müssen.

Roberto Ridolfi von der Generaldirektion für internationale Kooperation: “Die Investitionsoffensive für Drittländer fußt auf drei Grundpfeilern. Der eine sind die Investitionen – der Abbau von Hindernissen für Investitionen, die in verschiedene Bereiche gehen und dort Jobs schaffen. Der zweite ist die technische Hilfe zur Vorbereitung eines geschäfts- und investitionsfreundlichen Umfeldes. Und der dritte Pfeiler ist der politische Dialog – über Menschenrechte, gute Regierungsführung und Kampf gegen Korruption.”

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Eine kritische Einschätzung von Oxfam hier

Ziel ist, Hemmnisse für private Investoren in Afrika aus dem Weg zu räumen. Über drei Milliarden Euro aus EU-Geldern sollen als Garantien und ähnliches bis 2020 Investitionen von über vierzig Millionen Euro mobilisieren. Der Afrikanischen Union ist der Vorstoß sehr willkommen. Amina Abou-Zeid, AU-Kommissarin für Infrastruktur und Energie: “Um den finanziellen und technischen Rückstand bei der Infrastruktur in Afrika überwinden zu können, brauchen wir alle Akteure und definitiv öffentlich-private Partnerschaft. Private Beteiligung ist der Schlüssel bei dieser Art von Bemühungen.”

Daniel Kablan Duncan, Vize-Präsident der Elfenbeinküste, fügt hinzu: “Wir wünschen uns mehr privates Engagement bei uns, denn die staatliche Hilfe kommt an ihre Grenzen. Wir müssen ein vorteilhaftes Geschäftsklima schaffen, damit sich mehr Unternehmen ansiedeln, in Verbindung mit denen, die schon ansässig sind. Es geht nicht nur um neue Arbeitsplätze, sondern auch um den Transfer von Knowhow von den entwickelten zu den Entwicklungsländern.”

Bildung, Weiterbildung und Zugang zur digitalen Welt sind weitere Schlüsselfaktoren für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Das Humankapital dürfe nicht vergessen werden, meint Unternehmerin Rebecca Stromeyer, Gründerin von ‘eLearning Africa’: “Afrika ist reich an Ressourcen, aber deine Ressourcen sind auch deine Leute. Wenn man eine gut ausgebildete Bevölkerung mit den nötigen Fertigkeiten hat, dann hat man es geschafft. Ich halte es für sehr, sehr wichtig für die Regierungen, dass sie sich um die Infrastruktur kümmern und sicherstellen, dass jeder Zugang zum Internet hat, das ist ein Menschenrecht, und dass die Kosten dafür gering sind.”

Große Baustellen für die Zukunft eines Kontinents, dessen erwerbsfähige Bevölkerung bis 2035 nach Schätzungen von Weltbank und Weltwirtschaftsforum um fast siebzig Prozent wachsen könnte.