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Koma-Patient Warmbier: "reaktionslose Wachheit"


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Koma-Patient Warmbier: "reaktionslose Wachheit"

Otto Warmbier bei einer Schneeballschlacht im Winter 2016 mit seiner Reisegruppe in Nordkorea. Die Eltern des kurz darauf wegen Diebstahls zu 15 Jahren Straflager verurteilten US-Studenten haben dieses Video freigegeben. Sie erfuhren erst kurz vor seiner Freilassung, dass ihr Sohn seit fast 15 Monaten im Koma liegt.

Die Begründung Nordkoreas, Warmbier sei an einer Fleischvergiftung erkrankt und nach Einnahme einer Schlaftablette nicht mehr aufgewacht, halten die Eltern für unglaubwürdig. Der behandelnde Arzt in Cincinnati, Dr. Paul Kanter, äußerte sich zurückhaltend. Er und seine Kollegen lehnten es ab, über die Hintergründe der Verletzungen zu spekulieren:“Wir haben keine nachweisbaren Erkenntnisse hinsichtlich der Ursache oder der Umstände seiner neurologischen Verletzung. Diese Art von Gehirnverletzung entsteht üblicherweise, wenn die Blutzufuhr zum Gehirn über einen gewissen Zeitraum hinweg nicht ausreichend ist. Das führt zum Absterben von Hirngewebe.”

Warmbier wurde am vergangenen Dienstag nach 17 Monaten Haft in seine Heimat ausgeflogen. Nach Angaben seiner Ärzte befinde sich Warmbier in einem Zustand “reaktionsloser Wachheit”. Er könne seine Augen öffnen und blinzeln. Es gebe aber keine Anzeichen, dass er auf Sprache oder Aufforderungen reagiere.

Die Regierung in Pjöngjang warf dem Studenten offiziell Straftaten gegen den nordkoreanischen Staat vor. Konkret soll Warmbier in einem Hotel der Hauptstadt ein Plakat von einer Wand genommen haben, um es zu stehlen.

Seiner Freilassung voraus gingen intensive diplomatische Bemühungen des US-Außenministerium und des schwedischen Außenamtes, das die Interessen der USA in Nordkorea vertritt.


Der UN-Sonderbeauftragte für Menschenrechte, Tomas Ojea Quintana, forderte von Nordkorea eine “vollständige Erklärung” für den komatösen Zustand des US-Studenten bei dessen Rückkehr.


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