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Hoffnung auf Krebstherapie mit Viren

Mit Viren Krebserkrankungen bekämpfen - und für die kostspielige Forschung kann es Geld von der EU geben

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Hoffnung auf Krebstherapie mit Viren

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Viren gelten bisher landläufig als Krankheitserreger. Doch die Biotechnologie setzt Viren bei der Therapie von Krankheiten wie Krebs ein, indem sie ihre DNA verändert. Auf die Virotherapie werden große Hoffnungen gesetzt.


Förderung für Biotech-Unternehmen

  • Biotechnologie und Life Science werden in diversen Industrien eingesetzt, nicht nur in Pharmazie und Gesundheits- und Veterinärwesen, sondern auch im Textilsektor, in der Chemie- und Plastikbranche.
  • Dank biotechnologischer Neuerungen konnten unter anderem neue Medikamente für Patienten mit Stoffwechselkrankheiten, Multipler Sklerose, Rheumatoider Arthritis, Krebs oder Alzheimer entwickelt werden.
  • Biotech-Unternehmen können finanzielle Unterstützung der EU durch die InnovFin-Initiative bekommen, die zum EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 gehört. Die Europäische Kommission und die Europäische Investmentbank-Gruppe haben diese Initiative ins Leben gerufen.
  • InnovFin bietet mehrere Finanzierungswerkzeuge und Beratungsdienste für den gesamten Forschungs- und Innovationszyklus an, sowohl für kleine Firmen als auch für Großunternehmen. Darunter auch “InnovFin Infektionskrankheiten” für Firmen, die innovative Impfstoffe, Medikamente und medizinische und diagnostische Geräte entwickeln oder Infrastrukturen zur Erforschung von Infektionskrankheiten.

Nützliche Links


Eins der Unternehmen, die daran forscht, ist das Biotech-Startup Transgene im Elsass. Es entwickelt therapeutische Impfstoffe und onkolytische, d.h. krebszellenauflösende Viren. Transgene modifiziert die DNA bestimmter Viren, sodass sie Krebszellen aufspüren und sich dort einnisten können. Sie zerstören dann diese Zellen direkt, indem sie sich darin vermehren, oder indirekt, indem sie das körpereigene Immunsystem stimulieren. Da die Viren gezielt angreifen, hat diese Therapieform nicht solche Nebenwirkungen wie die Chemo- oder Strahlentherapie.

Transgene-Chef Philippe Archinard: “Wir setzen modifizierte Viren für die Therapie bei Krebs und bei Infektionskrankheiten ein. Wir schließen jetzt ein sehr ehrgeiziges Programm der klinischen Entwicklung ab. Das Ziel ist, entscheidende, aussagekräftige klinische Ergebnisse zu erzielen. Das wird in den kommenden zwölf Monaten der Fall sein. Und dann müssen diese Ergebnisse in Partnerschaften mit großen Pharma- und Biotech-Firmen umgesetzt werden.”



Für die aufwendige Forschung war und ist Transgene auf das Geld seiner Aktionäre – darunter Großaktionär Mérieux, auf Unterstützung der französischen Regierung und ein Darlehen aus dem europäischen InnovFin-Programm angewiesen. Die Virotherapie könnte die Pharma- und Gesundheitsindustrie in neue Richtungen bringen. Doch für kleine Unternehmen ist es oft schwer, das Geld für die kostspielige Forschung und Entwicklung zu beschaffen.



Pharmazie-Finanzanalyst Jean-Jaques Le Fur: “Das ist eine Revolution in der Krebstherapie. Die Wirksamkeit ist höher als bei der Chemotherapie, in manchen Fällen gab es sogar eine völlige Heilung. Die kleinen Biotech-Firmen bekommen Finanzierung für ihre Forschung am Anfang normalerweise von Venture-Kapitalgebern oder Innovationsfonds. Im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium können sie an den Kapitalmärkten oder bei Pharmaunternehnem Geld beschaffen.”

Noch wird eifrig an der Virotherapie geforscht. Nicht immer mit Erfolg:


Mehr Informationen zur Virotherapie:

Ärztezeitung
Deutsches Krebsforschungszentrum
Praxisklinik im Rot-Kreuz-Zentrum Nürnberg
Deutschlandfunk
Die Welt