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"Innovation Radar Prize": Fokus auf Produktreife

Der Preis der Europäischen Kommission prämiiert brillante Ideen, die es auf den Markt schaffen.

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"Innovation Radar Prize": Fokus auf Produktreife

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Mit dem diesjährigen Innovation Radar Prize wurde eine ganz spezielle Drohne ausgezeichnet: Mit ihr werden risikoreiche Industrie-Inspektionen sicherer und kostengünstiger. Einzigartig an dieser Drohne ist ihr sensitiver Teleskoparm. Entworfen vom Center for Advanced Aerospace Technologies (CATEC) in Sevilla, kann diese halbautonome Drohne Instrumente transportieren und gegen Strukturen drücken, um sie auf ihre Funktionalität zu überprüfen.

Meinung

Sie waren überzeugend. Wichtig war nicht, dass es sich um eine Drohne handelte, sondern dass sie eine Marktlücke füllen.

Teresa Cunha Jurymitglied

“Mit diesen Ultraschallgeräten können wir die Dicke der Rohre messen. Außerdem können wir auf diese Art Defekte oder Korrosion entdecken. Dafür müssen die Sensoren in Kontakt mit dem Rohr bleiben”, sagt CATEC-Forschungsingenieur Miguel Ángel Trujillo.

Entwickelt im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes AEROARMS zielt diese Technologie auf kommerziellen Nutzen ab. Bisher müssen unzählige Industrie-Pipelines, insbesondere im Öl- und Gassektor, manuell überprüft werden. Das ist eine teure und gefährliche Arbeit, die lange dauert.

“Mit dieser Drohne kann man diese Aufgaben kostengünstiger erledigen, Raffinerien können bis zu 700.000 Euro jährlich sparen. Die Inspektionen können zehnmal schneller erfolgen und ohne höhenbezogene Arbeitsunfälle”, erklärt Aníbal Ollero, Projektkoordinator AEROARMS, Professor für Robotik an der Universität Sevilla sowie wissenschaftlicher
Berater von CATEC.

Das Projekt schaffte es unter die 20 Finalisten des diesjährigen “Innovation Radar Prize” – eine Initiative der Europäischen Kommission für EU-gefördete Innovationen mit hohem Marktpotenzial. Beim Finale in Budapest konnten die Finalisten ihr Projekt vorstellen.

“Es ist sehr wichtig, dass der Steuerzahler weiß, dass sein Geld tatsächlich produktiv verwendet wird, dass es zu Innovationen, zu neuen Produkten führt. Es ist eine Sache, eine brillante Idee im Labor zu haben, aber wie wir alle wissen, ist es eine andere Sache, sie zur Marktreife zu bringen. Und genau nach dieser Kombination suchen wir, wenn wir den Preis verleihen”, sagt Linda Corugedo Steneberg, Direktorin für politische Strategie und Öffentlichkeitsarbeit DG CNECT.

Den diesjährigen “Innovation Radar Prize” gewann das CATEC-Forschungsprojekt.

“Sie waren überzeugend. Wichtig war nicht, dass es sich um eine Drohne handelte, sondern dass sie eine Marktlücke füllen. Außerdem konnten sie zeigen, dass sie Geld einsparen, Menschenleben retten können und schneller sind. Darum haben wir uns am Ende für sie entschieden”, sagt Jurymitglied Teresa Cunha.

Der Preis rückt die Technologie in den Mittelpunkt: Wenn das Projekt entwicklungsreif ist, wollen die Forscher nach privaten Investoren suchen, um ihren Prototyp auf den Markt zu bringen.

“Es gibt einen sehr großen Markt, allein in Europa 600 Millionen Euro jährlich – und es passieren rund 5000 Unfälle”, so Aníbal Olleroso.