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Neue Proteste in iranischen Städten - Armeechef droht

In mehreren iranischen Städten sind Unterstützer der Regierung den zweiten Tag in Folge auf die Straße gegangen. Der Armeechef drohte regierungskritischen Demonstranten mit dem Einsatz des Militärs.

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Am zweiten Tag in Folge haben in mehreren iranischen Städten Tausende Unterstützer der Regierung demonstriert, darunter in der zweitgrößten Metropole Maschhad, in Isfahan und in Shiraz. In Maschhad skandierten die Teilnehmer antiamerikanische und antisemitische Sprechchöre wie: "Tod den USA" und "Tod für Israel". Gleichzeitig versicherten sie dem geistlichen und politischen Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei ihre Treue. Das iranische Staatsfernsehen bezeichnete die Proteste als "Antwort an die Aufständischen und deren Förderer".

In Teheran wurde die Lage von Beobachtern als ruhiger als an den Vortagen beschrieben. Männliche Passanten in der Hauptstadt sagten über den Konflikt:

"Ich war bei den Protesten gegen die Regierung, um mir selbst ein Bild zu machen. Da wurde nicht über die Wirtschaft, hohe Preise oder Medikamentenmangel gesprochen. Alles drehte sich um andere Dinge."

Nasser Nazari meinte:

"Die vergangenen Proteste richteten sich gegen die hohen Lebenhaltungskosten und die Ignoranz der Offiziellen. Auch ich habe Probleme. Deshalb gehe ich aber nicht demonstrieren. Ich versuche zu reden. So Gott will, werden diese Probleme gelöst. Wir fordern Präsident Ruhani auf, all seine Versprechen zu erfüllen."

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi rief ihre Landsleute zu zivilem Ungehorsam und weiteren Protesten auf.

Der iranische Armeechef, General Abdulrahim Mussawi, drohte regierungskritischen Demonstranten mit dem Eingreifen des Militärs.