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Fall Skripal: Russlands Staatsfernsehen warnt "Verräter"

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Fall Skripal: Russlands Staatsfernsehen warnt "Verräter"

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Lange Zeit war in Russlands Staatsfernsehen vom Anschlag auf den Doppelagenten Sergej Skripal nur wenig zu sehen und zu hören.

Das hat sich jetzt geändert. Im Nachrichtenprogramm Vremja des vom Kreml kontrollierten Senders Perwy kanal wurde der Fall aufgegriffen - und mit einer Warnung versehen.

"Beruf eines Verräters ist gefährlich"

Sprecher Kirill Kleimenow sagte, der "Beruf eines Verräters" sei gefährlich, und auch wenn er niemandem den Tod wünsche, so wolle er doch "aus pädagogischen Gründen" alle davor warnen, eine solche Karriere einzuschlagen.

Verräter lebten selten lange, so Kleimenow. Allerdings nicht etwa, weil sie ermordet würden, sondern vielmehr, weil sie zum Beispiel unter Stress stünden, Drogen und Alkohol konsumierten, was zu Herzinfarkten oder Selbstmord frühre.

"In Großbritannien stimmt was nicht"

Außerdem sagte der Sprecher, "Verräter oder diejenigen, die in ihrer Freizeit ihr Land hassen", sollten nicht nach Großbritannien ziehen.

"Dort stimmt etwas nicht", so Kleimenow. "Vielleicht liegt es am Klima, aber in den vergangenen Jahren haben sich dort zu viele seltsame Dinge mit schwerwiegenden Folgen zugetragen."

Der frühere britisch-russische Doppelagent Skripal und seine Tochter kamen am Wochenende in England mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus, wo sie seither um ihr Leben kämpfen.

Die britischen Behörden gehen davon aus, dass auf die beiden ein Attentat mit Nervengift verübt wurde. Insgesamt mussten 21 Menschen, die mit dem Gift in Kontakt kamen, behandelt werden.

Bislang gibt es keine Hinweise auf den oder die Täter. Russland hat die Vermutung zurückgewiesen, mit dem Attentat in Verbindung zu stehen.