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"Die Türkei ist auf einem anderen Planeten"

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Der Ausgang der Wahlen in der Türkei ist in der Europäischen Union mit Zurückhaltung aufgenommen worden.

Am Rande eines Außenministertreffens in Luxemburg hieß es, Präsident Recep Tayyip Erdogan sei von nun an allmächtig.

Es bleibe abzuwarten, wie sich die Demokratie in der Türkei entwickle.

Viele Kommentatoren kritisierten, im Wahlkampf sei das Gleichheitsprinzip unter den Kandidaten verletzt worden.

In Brüssel sagte EU-Kommissionssprecher Margaritis Schinas, Es sei zu hoffen, dass unter Präsident Erdogans Führung die Türkei ein verlässlicher Partner für die Europäische Union bleibe. Es gebe gemeinsame Interessen wie Migration, Stabilität in der Region und der Kampf gegen den Terrorismus.

Nach Meinung von Experten hat sich Erdogan mit seiner Wiederwahl von europäischen Werten weiter entfernt.

Ein EU-Beitritt der Landes sei praktisch vom Tisch, so Marc Pierini vom Brüsseler Think Tank Carnegie Europe.

"In den Augen der europäischen Regierungen ist die Türkei ein autokratisches Regime geworden. Der Wahlkampf war bereits völlig einseitig: 180 TV-Stunden für den Präsidenten, etwa 20 für alle anderen Kandidaten zusammen. Das hatte also nichts mit Wahlen von europäischem Standard zu tun. Die Türkei ist auf einem anderen Planeten. Das heißt nicht, dass wir nicht miteinander sprechen sollten, denn es gibt immer noch gemeinsame Interessen. Aber was die Regierungsform angeht, so sind wir nicht von derselben Welt."